Buch 
2 (1830) Zweiter Theil, welcher die angewandte Physik enthält / von G. W. Muncke
Entstehung
Seite
288
JPEG-Download
 

288

14) Versteinernde Wasser giebt es mehrere, z. B. beiPalimbuän auf Sumatra ; ein Flufs in Chili versteinert dasHolz so stark, dafs es am Stahl Feuer giebt. In Peru ,nördlich von der Stadt Quito, in der Bucharei, auf Island und an andern Orten giebt es solche Quellen, auch ist obenerwähnt, dafs ein Pfahl der durch Trajan im Jahre 104erbaueten Donaubrücke bis 0,25 Zoll tief versteinert gefun-den wurde, als ihn Franz I. im Jahre 1760 herausnehmenliefs ’). Die Kieselerde ist hierbei nicht mechanisch adhä-rirend, sondern im Wasser gelöset, denn nach Klaprothverlor solches versteinerndes Wasser seinen Kieselerde-Gehalt durch mehrmaliges Filtriren nicht 2 ).

15) Merkwürdig ist die viel Schwefelsäure - haltigeQuelle, welche vom jezt ruhenden Yulcane Idienne auf Javaherablliefst 3 ), auf Island u. a. m.

Dafs die Quellen ihre eigenthümlicbe Beschaffenheitdurch Aullösung der darin enthaltenen Substanzen erhalten,liedet wohl keinen Zweifel. Verschiedene Gelehrte, z. K*Voigt 4 ), Steffens 5 ) und einige andere stellten hier-gegen das Argument auf, dafs die Erde so viele Bestand-teile nicht hergeben könne, als die bereits seit Jahrtausen-den iliefsenden Quellen geliefert haben. Als beweisendberiefen sie sich auf die unermefsliche Menge des Koch-salzes mancher Quellen, aber auch auf sonstige Bestand-teile derselben, deren Quantität bei einigen in der Thaterstaunenswürdig ist. Unter andern liefert der Sprudel i nCarlsbad , den Eimer Wasser zu 0,5 Cub. F. angenommen,jährlich 746884®. Natron, 1 '132932®. Glaubersalz, 238209®*Kochsalz, 86020®-Kalkerde, 17369®. Kieselerde, 1240®Eisenocher und 99539 Cub. F. kohlensaures Gas; und dieseQuelle kennt man bereits 450 Jahre lang 6 ). Nach derMeinung jener Gelehrten sollten die Bestandteile der Bergeeine Volta’sche Säule bilden, und als solche durch Poten-zirung aus unbekannten Stollen oder blofs durch schaffende

i) Kirwan Geol Essajs. Ess. IV. p. 139.

а) D’Aubuisson Traite de Geogn. I. p. 57.

3) Pliil. Mag. XLU. p. 182. Vcrgl. über d. Quellen Otto SjstcjJ 1einer allgemeinen lljdrographie des Erdbodens. Berlin 18ov-d’Aubuisson Geogn. I. 56.

4) Hcrmbstädt’s Biilletin. 1810.

5) Geognostisch geologische Aufsätze, p. 322 u. 335.

б) Klaproth Beiträge. 1. p. 322.