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2 (1830) Zweiter Theil, welcher die angewandte Physik enthält / von G. W. Muncke
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Ein einziger Flufs, der Funzha, meistens Rio de Bo-gota genannt, nimmt alles Wasser des 2000 Meter überdem Meeresspiegel liegenden Thaies von Bogota auf. Krverläfst dieses Thal bei der Meierei von ’l'equendama,indem er sich durch eine Oeflnung in eine Schlucht stürzt,die sich gegen das Bassin des Magdalenenllusses hinzieht.Ber hier befindliche Wasserfall vereinigt alles, was eineGegend malerisch machen hann. Mit Unrecht wird er dort fürden höchsten in der Welt gehalten, aber gewifs ist wohl, dafses haum noch einen andern giebt, welcher eine so grofseMenge Wassers mit einer so ansehnlichen Fallhöhe ver-bindet. Nicht weit über dem Kalle bat der Flufs noch eineBreite von 41 Metern, beim Anfänge der anscheinend durchein Erdbeben gebildeten Bluff aber mufs er sich zu JO bis12 Meter Breite verengen, liier stürzt die gesammte Was-sermasse in zwei Streifen in eine Tiefe von I 75 Meter herab,und auch zur Zeit der Dürre hat sie ein Profil von 90 Qua-dratmetern. Obgleich beim Sturze eine Menge Wasser inBimst verwandelt wird, so ist der Strom dennoch untendergestalt reifsend, dafs sich der Beobachter dem vomWasserfälle ausgehöhlten Bassin auf 140 Meter nicht nähernbann. Nur schwach wird die Schlucht vom Tageslichteerhellet. Die Einsamkeit des Ortes, der Reichthum derVegetation und das schreckliche Geräusch des stürzendenWassers machen den'Fufs dieser Cascade zu einer der wil-desten Gegenden in den Cordilleren.

Der VVasserfall des Niagara ist viel beschrieben, undrücksichtlich der W'assermasse der stärkste bekannte in derWelt. Der Flufs ist weit von dem Falle V 2 Meile breit,und fliefst mäfsig geschwind, aber immer schneller, jenäher dem Sturze. In einem engen Bette (liefst er bis zueiner etwa 1400 F. langen Felseninsel, welche ihn spaltet,und sich bis an den Sturz erstreckt. 2% Meilen vor demBalle kann der Strom nicht mehr befahren werden, unddie einschlicfsenden Berge rücken immer mehr zusammen.Bie trennende Insel ist am Ende etwa J20 F. breit. Der®i»e Arm 1800 F. breit ist vordem Sturze viel reifsender,und brauset über verborgenen Klippen, bis er sich loth-, echt 137 F. herabstürzt. Der andere Arm ist kleiner1050 F. breit, fällt aber höher herab. Das Getöse gleichtdem Donner, und der Anblick des herabstürzenden unda ufschäumemlen Wassers gewährt einen schaudervollenEindruck. Dünste steigen stets als ein dichter Nebel empor,Und gleichen aus der Ferne einer dicken Rauchsäule von