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2 (1830) Zweiter Theil, welcher die angewandte Physik enthält / von G. W. Muncke
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brennenden Waldungen, worin die Sonnenstrahlen Regen-bogen erzeugen. Die niedergedrückte Luft steigt in Ku-geln in die Höhe, und schleudert das Wasser hoch empor.Im Winter gefriert der Nebel an den Räumen zu den herr-lichsten Krystallen. Der Roden bebt, und das Getöse hörtman bis 4 Meilen. In der grofsen Kluft unterhalb des Falleshat der Strom noch einen, 1% Meilen weit unten, vonwenigstens 65 I’ufs Höhe, und man glaubt, dals beideehemals zusammengehangen haben , die F elsen aber ausge-spült sind. Die Europäer haben ihn jedoch nie anders ge-kannt. Unterhalb des Wasserfalls setzt er aus dem gebil-deten Schaume vielen Sinter ab.

Alle Flüsse und Ströme haben Ueberschwemmungen,welche man ziemlich genau ihrer Gröfse proportional setzenkann. Sie sind regelmäfsige oder periodische und unregel-mäfsige, und gehören die lezteren fast ausschliefslich denkleinen Flüssen an, welche nach starken Regen in kurzerZeit bedeutend anzuschwellen pflegen. Rei grofsen Strö-men kann dieses deswegen nicht statt linden, weil ihrGebiet zu grofs, ihr Rette diesem angemessen ist, undstarke Regen nur allezeit einzelne Districte treffen. EineAusnahme hiervon macht die Donau , weil ihre llauptllüsse.der Lech, die Isar, der Inn, die Traun, die Save undDrave sämmtlich in einer Ausdehnung der Alpen entsprin-gen, welche gleichzeitig durch heftige Regen getroffenwerden können, so dafs sie insgesammt thcils hierdurchunmittelbar, theils durch den geschmolzenen Schnee an-schwellen. Die regelmäfsigen oder periodischen Ueber-schwemmungen sind eine Folge periodischer Regen, mitdenen sie daher zusammenfallen, oder des schmelzendenSchnees der Hochgebirge, weswegen aufser dem Eisgängeim Frühlinge noch eine Anschwellung im Juni einzutretenpflegt. Dahin gehört das * che Anschwellen desRhein’s,der Donau, des Nil s, Zaire, Senegal und Pegu; derWolga, des Euphrat, Ganges , eine der bedeutendstenunter allen, des Menan, Jenisei, des Parana zweimal iinJahre, des Rio dolce, Orinoko , Plata, Amazonenilusscs,Missisippi u. a.

Am längsten bekannt und schon von den Alten al»Mittel der Fruchtbarkeit Aegypten’s beachtet sind diedes Nil’s, obgleich sie an Gröfse denen mehrerer sonsti-ger Flüsse, namentlich der Wolga, des Ganges , Mis-sisippi, Orinoko , Amazonenflusses und anderer nichtgleich kommen. Im Mai beginnen die periodischen Regen,