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2 (1830) Zweiter Theil, welcher die angewandte Physik enthält / von G. W. Muncke
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und schmelzen den Schnee auf den Mondgebirgen, wonachdas Wasser in der Mitte Juni’s in Aegypten ankommt. An-fangs steigt das Wasser in drei Tagen nur etwa einen Zoll,so dafs bis Ende Juni die Schwellen unmerklich bleiben,dann stärker 46 Tage lang, zulezt täglich 4,8 Zulle. DioHöhe des Wassers kann vermindert, und seine Ankunftverzögert weiden durch heftige Nordwinde, welche dasWasser aufhalten und die Wolken vertreiben, so dafs sios >ch weniger entladen. Nach einem Mittel aus 30 Jahren•nlft die gröfste Höhe nie früher oder später als in dere,, sten oder zweiten Woche des Monats August. Ehemalsbedurfte man nur 16 F. vom Nullpunkte des Nilmessers,jezt aber, da der Hoden erhöhet ist, mufs er 24 F. steigen,um das Land gehörig zu bewässern. Es herrscht dann grofsefreude, der Ilauptcanal bei Cairo wird mit Feierlichkeitdurchstochen, und die Bewässerung beginnt. Das Wassere, 'hält sieb bis Anfang September, fällt dann, und überziehtden hinlänglich befeuchteten Boden mit fruchtbaremSchlamme. Man erndtet demnächst dreimal, erst Gemüse,dann Born, dann wieder Gemüse.

Bei Damule und üasebid kommen die Schöpfräder derBewässerung zu Hülfe, ln Überägypten mufs das Wasser^0 bis 35 F., in Mittelägypten 20 bis 25 F., in Unterägypten14 bis 15 E. steigen, wenn die Bewässerung vollständig5c yn soll. Die alten Aegyptier kannten den WasserslamiK<-‘nau nach der Angabe ihres Nilinessers zu Memphis, undManien der Bewässerung durch hünstliche Mittel, wozu der^ee Möris, der Joseplr’s-Canal tt. a. dienten, zu llüllc.Aufser dem Schlamm führt der Nil auch Sand, und hatdadurch nicht blofs das Deila gebildet, sondern auch diesesUnd sein eigenes Bette er höhet. Das Wasser dringt indefsv °n unten her durch den Sand in den Boden, beleuchtetdiesen, und macht ihn zum Anhau von Zuckerrohr, IndigoUnd Baumwolle geschickt, welche in dem überschwemmten“öden nicht gedeihen. Die Quantität des Nilwassers ver-mehrt sich bei den Schwellen um das Neunfache. Gewohn-’eh ist sein W 7 asser sehr rein, klar und mild, auch gesund,^ü'd zum Trinken gebraucht, und ist selbst bis Fezzan das Bild der Reinheit und Anmuth. Auch im Anfänge derSchwellen ist es völlig klar, wir d demnächst grünlich von**_en stagnirenden Sümpfen der Shangalla, und endlich rölh-J'ch von der Erde der Scnnaarterrasse, ist aber zumfrinhen nicht schädlich. Bei sehr niedrigem Stande ist er"•s Rosette 1,5 Stunden vom Meere salzig, weil das Meer-

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