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2 (1830) Zweiter Theil, welcher die angewandte Physik enthält / von G. W. Muncke
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332
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jedoch keineswegs der Fall ist, weil die Farbe desselbennicht die erforderliche Tiefe hat, um das von demselbenrellectirlc Licht zu färben. Retrachtet inan daher dasWasser des Meeres oder grolscr Landseen aus einem Schilfeoder am Ufer so, dafs das tiefer in dasselbe eingedrungeneLicht zum Auge gelangt, so erkennt man leicht, dieschwache grüne Färbung desselben, hauptsächlich bei derSee, beobachtet inan dasselbe aber aus gröfserer F.ntf’er-nung, so nimmt man einen vielfachen Wechsel der Färbungbei den verschiedenen Theilen desselben und zu verschie-denen, nicht weitaus einander liegenden, Zeiten wahr.Das blofs von der Oberfläche rellectirte Licht der Sonneist blendend, wie das unmittelbar ins Auge fällende, undauf gleiche Weise wird das reflectirte gespiegelter Gegen-stände nicht merklich verändert, übrigens aber erscheint dasMeer selbst gleichzeitig an verschiedenen Stellen heller unddunkler, und in der Hauptsache theils grün, meistensjedoch himmelblau in verschiedenen Abstufungen vomschwächeren zum stärkeren gefärbt. Die Reobachtungergiebt, dafs diese Färbung vom Stande und der Richtungder Sonne, von der Größte und Färbung des Himmelssowohl, als auch der Wolken und von dem Einllusse desLichtes anderweitig verschieden erleuchteter Gegenständeauf das Auge abhängt, so dafs ich diese Färbungen ganzoder mindestens zum gröfsten Theile unter die subjectiven1 zählen mögte.

F.inzelne Seen können leicht durch eigentlnimlicheStoffe gefärbt seyn, und selbst bei dem Meerwasser ist die-ses für gewisse, mitunter sehr grofse, Strecken der Fall,namentlich an den Küsten von Grönland und um Spitz-bergen, wo Scoresby häutig sehr lange und beträcht-lich breite olivengrüne Streifen sah. Lezterc werdendurch eine zahllose Menge kleiner gelblicher Thiere ge-färbt, welche den Wallfischen zur Nahrung dienen, unddaher suchen die Grönlandsfahrer solche gefärbte Stellenauf. Die von Farben entnommenen Rezeichnungen gewisserMeere haben nicht allezeit ihren Grund in dieser Färbung,z. R. beim schwarzen und weifsen Meere; das rothe Meerhat jedoch seinen Namen von den vielen rothen Rlumender Loluspllanzen, das gelbe Meer von dem eisenhaltigen

i) Soliweiggrr’s Journ. XXX. j>. 121. Dessen Account ol tliearclic ltcgions a. v. O.