Buch 
2 (1830) Zweiter Theil, welcher die angewandte Physik enthält / von G. W. Muncke
Entstehung
Seite
422
JPEG-Download
 

422

gen, aus denen man jedoch das Wetter nur durch anhal-tende Uebung bestimmen lernt, indem die gewöhnlichenAndeutungen auf den Skalen bekanntlich ganz ohne Werthsind. 3) Beobachtungen der Wolken, ihrer Entstehung,Zerstreuung und ihres allgemeinen Charakters. 4) An-zeigen, welche aus der Thierwelt hergenommen werden,worunter die der Spinnen zu zählen sind *). 5) Andere

(V

wegs zu vernichten, obgleich der Beobachter bekanntlich einAnhänger der Theorie vom Einflüsse des Mondes ist, allein dievielen Pariser Beobachtungen , die von Gotte und Gronau sindjede für sich gewifs eben so gewichtig. Im Ganzen aber ist csaufserordentlich schwer, ein richtiges Princip über die denMondsphasen zugehörigen Wetterveränderungen aufzustcllen-Angenommen nämlich, der Mondswcchsel fällt Nachts 11 Uhr,oder 12 Uhr 50 Min., welchem Tage gehört er an? Soll manferner sagen, das Wetter kann sich an jedem Mondswcchsel sogut ändern als nicht ändern? Ist dieses richtig, so lallt das,was II. Schilblcr aus Toaldo’s und Pilgram’s Beobachtungenp. 81. anführt, von einer Seite betrachtet ganz anders aus.Toaldo nahm 100 Mondswcchsel, rechnete einem jeden aberaufser dein eigentlichen Tage noch die beiden vorhergehendenund die beiden nachfolgenden hinzu ; hätte er 3 statt 2 genom-men, so mufste von selbst jede Wetterveränderung in einenMondswechsel fallen. Er fand dann z. B. für 100 Vollmonde86 Wetterveränderungen; weil man aber, uni den eigentlichenVollmondstag herauszufinden, diese Zahl im Verhällnifs vol)2 : 5 nehmen mufs, so kommen auf den eigentlichen Vollmonds-tag 31,1 Wetterveränderungen und 65,6 Nichtveränderungen ("’ 0 'bei ich jedoch die Richtigkeit des ausgestellten Priocips auf siehberuhen lasse). Man stufst aber bei der Zusammenstellung v0 "Toaldol’s 50jährigen und Pilgram’s 25jährigen Bcobachtunge"auf folgende sonderbare Anomalie: ersterer fand für den Voll-mond 86 und für den Neumond 81 Veränderungen, leztere 1 "aber 58 und 63- Nach einem allgemeinen Gesetze iniifstc alsoin Padua der Neumond, in Wien aber der Vollmond wirksame 1-scj'ii. Ein noch mehr auffallender Widerspruch findet sich p-wo lür die 16jährigen Augsburger Beohachtungsjahre die Iieg c,1 |.tage und Regenmengen zusammengestellt werden. liier fallen a' 1den Neumond 03 Regentage mit 208,89 par. Lin. Regen, und >' u 'den Vollmond 06 Regentage mit 278,36 par. Lin. Regen, so da ^illso auf den Vollmond zwar mehr IU'gcntagc, aber zugleich g L ^ringcre Regenmengen fallen. Dafs schon dieser einzige Wi“ c J uSpruch bei einem solchen Probleme, als das vorliegende ist,einer Revision des Ganzen führen müsse, scheint mir kc'i ^Beweises zu bedürfen. Bis also eine eben so klare als wolliggründete Theorie durch solche Beobachtungen unigoslofscn 1 ’welche schlechthin keinen Widerspruch cinschlicfsen undandere. Deutung zulassen, wird der Physiker ihr gemäMonde allen Einllufs auf die Witterung absprechen müssen.

Frankf. 1708. Die Wd"

Leinenäfs dein

t) Quatrcmörc d’IsiQnval’s Arancologic.