450
mäfsheit der verschiedenen modifieirenden Bedingun-gen Thait, Nebel, Reif, Regen und Schnee. Der soge-nannte Mehlthau oder Uoniglhau ist ehen so wenigein atmosphärischer Niederschlag, als der Höhraucl*oder trockne Nebel und der sogenannte BiegendeSommer.
Eben so einfach, als der Procefs der Verdunstung; istauch der entgegengesetzte des Nicderschlag’s und die Ent-stehung aller wässerigen Meteore, indem beide blofs durchden Wechsel der Wärme bedingt werden, und cs weiterkeiner Potenzen zur Erklärung derselben bedarf ').
Der Thait ist der feinste, nur in seltenen Fällen d*®Luft etwas trübende, atmosphärische Niederschlag, welchesich am Abend und in der Nacht vorzüglich an feine Kürpc 1 ’anhängt. Seine Menge ist in heifsen Gegenden 2 ), und b® 1heiterem Himmel am stärksten, Wind und trübes Wette*hindern denselben, weichesein Zeichen bevorstehendenR®"gens ist. tn manchen heifsen Gegenden dient der Thau all® 1 "zur Erhaltung der Vegetation, und ist, so stark, dafs er di®Kleider der meistens bei Nacht Reisenden ganz durchnälsGin andern dürren Gegenden fehlt er ohngeachtet der bedc* 1 'tenden Abkühlung der Luft, merkwürdig aber ist, dafs ® snach Ko t ze b ti e s 3 4 ) anhaltenden Beobachtungen auf dc nGorallen - Inseln der Südsee gar nicht ihauet. Die einzelne" (Körper nehmen denselben an iin Verhältnifs ihrer Erliid'tung, und jenachdem sie dem freien Zutritte der Luft a’ lS 'gesetzt sind, am wenigsten blanke Körper, weil in diese di®Wärme nicht leichteindringt, §.87, um den niedergeschl« 1 'genen W'asserdampf auf der Oberfläche zurückzulassen. A 1 "meisten findet man feine vereinte Körper, als Wolle, Bau" 1 'wolle u. dgl. beihauet. Zur Bestimmung der Menge d® s 'selben hat man eigene Werkzeuge, Drosometer , vorgeschl®'gen; diese bestehen aus einem feinen Waagebalken, “dessen einein Arme eine aufgehangene Tafel durch ihre 0®wichtsvermehrung die Menge des Thaucs anzeigen sC * 'V. Horner + ) schlägt vor, statt der Tafel ein Büschel YV * ]
1) Vergl. meine phjsicnl. Ahliamll. p. 361. ff.
2 ) Shaw Travels etc. Loml. 1751. a. v. O.
3) Possen lleiscn. T. III. p. 33.
4) Geliler’s Wörterbuch d. Phvs. T. II. p. 605.