Band 
Erstes Buch.
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gericyret, und eine dreimalige Wiedererbauung des Hauses muste ohne alle Abweichungvon den alten Fundamenten vorgenommen werden.

Neben dieser Tuskischen findet sich bei den Römern die Hellenische Orientirungdes Tempels, die vorhin angegeben ist. Wenn nämlich vom Numa gesagt wird erhabe den Vestatempel in runder Form erbaut, so war dieses schon eine Form welcheder Tuskischen quadraten widersprach und die Eintheilung in Regionen nicht erlaubte.Nimmt man nun hinzu daß das Haus der Vesta ausdrükklich nicht als Templum son-dern als Aedes bezeichnet wird, so konnte es schon gar nicht nach jener Auguraldisciplingeweiht worden sein; die Bemerkung aber welche Plutarch bei den gotteödienstlichenEinrichtungen des Numa macht: daß dieser König die Ceremonien der Verehrungmit der gegen Morgen gerichteten Lage der von ihm gegründeten Heiligthümer in Ein-klang gebracht habe, die Nachricht endlich daß von demselben Könige auch das dop-pelcellige Jannshaus nach Osten und Westen orientirt sei, ergeben den Beweis daßjener Hellenische Brauch schon sehr frühe bei den Römern neben dem Tuskischen einhei-misch gewesen sei, ohne daß man hierbei nöthig hat die spätere Nachahmung HellenischerTempel bei Uebersiedlung ihrer Götterbilder nach Rom in Anschlag zu bringen^).

Bei der Ausführung des Baues war nun die Thymele mit ihrem Altare der-jenige Theil welcher zuerst beendet wurde, und zwar aus zweierlei Rükksichten. Einmalliegt es schon in der Natur des alten Kultes daß der Opferplatz vor einem als heiliggeachteten und vom Numen einer Gottheit bewohnten Orte die ursprüngliche ersteund einfachste Andeutung einer Kultstätte ist, zu der erst späterhin ein Tempelhaus miteinem anthropomorphischen Agalma der Gottheit zutreten konnte^); daher findet sich sohäufig eine Opferstätte, ein Altar ohne Tempel und Bild, umgekehrt aber nie ein Tem-pel ohne Thymele oder Altar. Zum Andern spricht dafür daß Opfer und Opferherd erstbestehen müssen ehe es möglich ist zur Einweihung der Cella zu schreiten, weil kein hei-liger Brauch ohne Altar und Opfer vor sich gehen kann; mag letzteres nun ein blutigesoder ein cerealischeö Opfer sein, oder auch nur in Verbrennung von Opferfladen mitHinzufügung einer Libation bestehen. Endlich wird die übereinstimmende heilige Sittebei Gründung jeder Stadt die gemeinsame Hestia des Prytaneion, bei Gründung jedeseinzelnen Wohnhauses aber den Familienherd vor allem Uebrigen zuerst zu gründen,ein nicht abzuweisendes Zeugniß hierfür sein können 6). In der That findet sich auchnoch in den Zeiten wo eine luxuriöse Kunst längst schon die Cellen mit glänzenden Göt-terbildern angefüllt hat, daß man bereits auf dem errichteten Altare opferte ehe nochdas TempelhauS hinter ihm vollendet, das Kultbild aufgestellt und das Heiligthum ein-geweiht war?).

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