97
10) Vgl. N. N. 58; N. 1S6.
Zu diesem Abschnitte mLchte noch Folgendes nachträglich hinzuzufügen sein:a) Unter den Gegenständen welche als Apotropaia an die Thüren der Wohnhäuser ge-hängt wurden, befand sich auch das einem Kobold änliche Bild der alten Italischen Göttin Mania,deren Gesicht eben so abschrekkcnde Züge haben mochte als das Gorgoneion; Alacrob. Saturn. 1,7.
^ d) Zu den Dcdikationsinschriften welche auf Tafeln über den Thürflügeln des Tempels(sicher unter dem Geison oder der Corona, im sogenannten Friese) befestigt wurden, ist öfter dieVeranlassung welche die Dedikation herbeiführte und die Ruhmeethat des Dedikatvrs erwähnt. Eineso lautende Zuschrift seht der Censor Marcus Aemilius über die Thürflügel des von ihm dedicirtenTempels der Pcrmarinen Laren, welchen er für den großen über die Flotte des Antiochos errunge-nen Seesieg gelobt hatte; eine Copie davon wurde an demselben Orte im Tempel des Capit. Ju-piter angebracht; I-iv. XI,, 52: 8upra valvss teinpli (Laiium kvimarinum) tabuls eum titut»live lixa est.... I^vllem exemplo tabula in aeüe ^ovis in Ospilolio 8upia valva« lixs ost.
e) Eine Bcgrüßungsformel die die Athener an das Stadtthor schrieben durch welches dervon ihnen scheidende Cn. Pompcjus zog nachdem er das Meer von den Piraten befreit hatte, giebtPlutarch im Leben dieses Mannes. An der innern Seite des Thores stand: Ze mehr du Menschzu sein strebst, desto änlicher wirst du den Göttern; an der äußeren Seite: Wir haben dich ersehntund verehrt, wir sahen dich und begleiten dich.
ü) Unter die bösen Omina gehörte es wenn man beim Herausgehen aus der Tempelthürestrauchelte. So erzählt Plutarch im Leben des L. Crassus daß dieser nebst seinem Sohne beim Her:ausgehen aus dem Tempel der Syrischen Göttin zu Hierapolis, an der Schwelle gestrauchelt undgefallen sei; dadurch habe die Gottheit Beiden das unglükkliche Ende ihres Hecrzuges im Vorausangedeutet.
IX. C e l l a.
§ I. Richtung des Tempels.
Mit allen bis hierher gegebenen Thatsachen ist es hinlänglich erwiesen wordenwie die Cella der räumlichen Anlage und dem Kultgedanken nach die Mitte desganzen Tempelhauses, die eigentliche Hier« Oikia *) sei; nur die Cella war es welchealle übrigen Räume die sich rings um sie anschließen erst vorbedingte und entstehen hieß,ihre Lage bestimmte die Richtung des ganzen Baues nebst seiner Thymele^), es stehtmit der baulichen Vollendung und der zum Kulte nothwendigen Ausstattung ihrerRäumlichkeit das ganze Heiligthum erst vollendet und zur Einweihung fertig da^).Gleich wie aber die Cella selbst nur des Kultbildes wegen gegründet ist so wird sieauch durch die Stellung dieses Bildes orientirt, und weil letzteres nach den Satzungendes Hellenischen Kultes mit dem Antlitze stets nach Osten gewandt sein muß um dieThymele unter seinen Augen zu haben, so öffnet sich die Cella in ihrer Thüre und derPronaoö mit seinem Eingänge ebenfalls nach dieser Himmelsgegend; dies ist eineThatsache die sich durch alle Literaturzeugnisse und Monumente mit kaum bemerkens-werthen Ausnahmen bestätigt findet^).
n.
13