Band 
Erstes Buch.
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War Ort und Area des Römischen Tempels durch die Arbeit und Vorweihe,esfatio, des Auguren bezeichnet, so erfolgte ihre Einweihung durch die Pontifices^); manschmükkte hierzu die Umhegung des Templum mit Binden und Kränzen, heiligte die Areadurch Opfer und Sprengweihen, übergab im Consekrationegebete den Schutzgöttern undHeroen des Landes die Stätte zum Eigenthume und rief sie an das begonnene Werk zubeschützen und zu fördern. Die Hellenen ließen indeß ebenfalls die Bauplätze der Tem-pel durch die Seher auswählen, wenn anders nicht schon die Oertlichkeit eines heiligenHauses durch ein Gotteszeichen oder ein Naturmal bestimmt war9).

Die Einweihung und Dedikatio des vollendeten Tempelhaufes, ein Fest welchesfür die Weihe des Tempels der Landesschutzgötter vom ganzen Volke gefeiert wurde,erfolgte so bald nicht bloß der Ausbau sondern auch die kultentsprechende Ausstattungvollendet *0), vornehmlich also das heilige Bild und der Altartisch aufgestellt und bereitetwar, denn letzter wird zugleich mit dem Tempel und Bilde geweiht",»). Die heilige Hand-lung der Dedikatio ging nach Römischer und sicher auch nach Hellenischer Sitte an derThüre der Cella vor, und bestand darin daß der Mann welchem von der Gemeinde dieUebergabe des Hauses an die Gottheit, oder nach einem Pontificalauödrukke das lem-pluln clare übertragen war, die Hand an die Pfoste der Thüre legte, also gleichsam denTempel aufstellte, und dieselbe so lange festhielt als er das vom Pontifex Maximuö ihmvorgesagte Weihegebet sprach"). In diesem Gebete rief er das Numen der Gottheit anherzuzukommen um den Tempel zu bewohnen, übergab ihm sodann das Haus mit seinemZubehör zum ewigen Besitzthume und sprach zugleich das ab iure liumsno (liniiereoder das Abscheiden von jedem menschlichen Anrechte an die Stiftung aus"). JedeStörung und Unterbrechung dieser so wie schon jeder andern heiligen Handlung über-haupt, machte die Weihe ungültig und sie muste später von einem Andern noch ein Malvollzogen werden »). Die Dedikationsinschrift mit dem Namen der Gemeinde unddes Weihenden") verherrlichte alsdann für immer auch das Gedächtniß des Letztem;daher die Aeußerungen der Eifersucht über einen solchen beneidenswerthen Mann, so wiedie Mittel deren man sich oft bediente um zur Vollziehung der Dedikation zu gelangen,genugsam beweisen wie hoch man von Perikleö und Alexander, von Poplikola an bis Cäsarund Domitian , diese Ehre anschlug »); ja der Letztere war so rükksichtölos daß er denvon ihm restaurirten Kapitolinischen Tempel, der abermals durch Brand verwüstet warnachdem ihn Vespasian kaum wiedergeweiht hatte, unter seinem Namen allein dedicirteohne dabei seiner Vorgänger zu gedenken ^). Ein Zeichen der höchsten Verehrung einerPerson blieb es deswegen auch wenn man derselben ein schon bestehendes Monument,Tempel oder Gymnasion, dadurch zueignete, daß man ihren Namen in der Dedikations-inschrift neben den des Gottes oder Heros fügte dem der Bau bereits geweiht war O-

Die übrigen Handlungen die bei dieser Hidrysis des Tempels so wie jedes ein-