Band 
Erstes Buch.
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nach verständlich werden was man denn eigentlich mit jenen Symbolen des Apotropaionund Phylakterion sagen wollte, die wie das abschrekkende Zeichen des Gorgoneion oderdie Geschichten von der bestraften Heiligkeitöverlehung des göttlichen Sitzes und seinerSacra gleich Warnungstafeln vor Profanation auf der Cellenthüre und über dem Pronaosam Aetoma angebracht waren, und warum man durch abwehrende Agalmata wie das desHermes Strophios die Unverletzbarkeit der geweihten Schwelle zu sichern trachteteEs ist ferner hiermit der uralte Glaube verknüpft daß das Kultbild bei jeder Frevelthatdie unter seinen Augen vorgeht selbst bewegt wird, den Blikk nach der Dekke wen-det^) oder die Augen schließt; Ansichten aus denen die Sage daher auch die Bildungder halbgeschlossenen Augenlieder bei vielen alten Kultbildern erklärte, wie man nament-lich von dem Bilde der Troischen Athena zu Siris erzählte daß es die Augen nieder-geschlagen habe als die Jonier die Schutzflüchtigen Siriten an seinem Altare tödteten).Ja wendet sich das Bild auch wohl um auf seiner Basis wie das Jlische Palladionbei Entehrung der Kassandra 56) und bezeichnet den Ort der Frevelthat durch unver-tilgbare Spuren derselben. Als die Sybariten den Tyrannen Telys vertrieben, dessenAnhänger aber am Altare der Hera, zu dem sich dieselben als Schutzflüchtige hinbegebenhatten, grausamer Weise erwürgten, wandte sich das Bild der Göttin um und ließeinen Blutquell auf der Stelle aufspringen dessen Fließen die Sybariten nicht ver-hindern konnten und ihn daher durch ein erzenes Gehäuse verbergen musten ^). BeimGlauben an eine solche unsichtbare Kraft der Gottheit sich lebenöthätig zu äußern, ist daher begreiflich weshalb man alle Omina von besonderer Bedeutung als in derCella und namentlich am Bilde sich ereignend dachte, zumal schon an den gottgeweihtenAnathematen im Peribolos solche Wunderäußerungen geoffenbart wurden 58).

War es schon eine Beflekkung der Religion auf einem geweihten Orte auözu-speien 58,-»), sich zu schneuzen oder zu entblößen, so hieß es noch mehr die Heiligkeit undReinheit der Cella verletzen sobald dies hier geschah oder jemand nur ein hartes, ein schmä-hendes Wort verlauten ließ 59). Eine solche Versündigung, noch mehr aber der frecheEintritt eines lasterhaften Menschen, oder wohl gar die Berührung des Kultbildes durchseine Hand, zog sogleich eine Lustration des Tempels und Bildes nach sich6"); dasHaus wurde durch Schwefelrauch und Weihwassersprenge gereinigt und neu geweiht,das Bild aber von seinem Sitze gehoben und hinaus in den freien Aether so wiezum Reinigungsbade nach dem Meere oder Flusse gebracht; so beschreibt Euripides dieKatharsis des Bildes und Tempels der Artemis ganz deutlich 6»,-»), und giebt damit eineNorm derselben für alle Fälle wo die Lustration überhaupt eintritt. Unterließ man dieseReinigungsgebräuche, so ereignen sich mahnende Naturzeichen; ist aber solche Entwei-hung von den Tempeldienern nicht wahrgenommen worden und hat sich ein beflekkterMensch etwa unerkannt oder heimlich dem Kultbilde genaht, dann eilt dieses wohl von