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selbst aus seinem Hause nach der reinigenden Meerfluth, wie jener Gott Eunostos zuTanagra der es durch Erdbeben anzeigte wenn sein Tempel durch den heimlichen Besucheines Unreinen entweiht war, und im Bilde zum Meere eilte um das Reinigungsbad zunehmen sobald die Tanagräer die Ursache seines ZürnenS nicht wahrgenommen hatten^).Es findet sich daher vielfach daß Tempel für ewige Zeiten demjenigen Geschlechte alsunzugänglich verboten werden, aus welchem sich eine Person die Entheiligung derselbenhatte zu Schulden kommen lassen. Den Tempel der Leukothea zu Chäronea durftekein Aetoler betreten und an dem Tage wo die Opfer gebracht wurden trat der Neokoremit einer Geißel in der Hand vor den Eingang, mit lauter Stimme ankündigend daßkein Sklave und keine Unfreie, kein Atoler und keine Aetolerin eintreten dürfe; eben sowar auf Rhodos jedem Keryx der Eingang in das Heiligthum des Okridion, auf TenedoSder Tempel des TeneS jedem Achilleiden und jedem Flötenspieler untersagt, und bei denRömern finden sich änliche Verbote für gleiches Vergehen der Heiligthumsentwei-hung 62). Im hohen Grade war nicht bloß Tempel und Bild sondern der ganze Kultentweiht wenn die heiligen Opferhandlungen von beflekkter Hand verrichtet wurden undPriester oder Priesterinnen hierbei die Sündigen waren, nur durch den Tod derselbenkonnte allein das Verbrechen gesühnt werden; denn nicht nur straften die Athener denHierophanten Archias deswegen am Leben daß er den Altar und die Mysterien der De-meter zu Eleusis durch ein sündhaftes Opfer beflekkt hatte, Domitian ließ drei Vestalin-nen die für gleiches Vergehen durch unkeusche That den Vestakult entweiht hattenlebendig begraben und eine große Lustration der heiligen AedeS dieser Gottheit vorneh-men^), sondern es ist in den Mythen die z. B. von Verwandlung des Haares der GorgoMedusa in Schlangen, des Hippomeneö und der Atalante in Thiere und dergleichenreden, schon die Ahnung solcher Sünden von Seiten der Gottheit selbst vorgebildet.
Indem daher nach der religiösen Superstition der Alten das Numen der Gott-heit vornehmlich auf dem Bilde verweilt und in dessen Kapelle seinen eigentlichen SiHhat, weswegen HedoS auch für beides gebraucht wird, so läßt sich als ganz allgemeingültig aussprechen: daß von dem Dasein des Bildes in seinem Sitze das Bestehen desKultes überhaupt abhänge 63, -); hierbei ist es ganz gleichgültig ob das verehrte Bildanthropomorphisch gestaltet oder irgend ein anderes Symbol sei unter welchem man dieGottheit darstellt und verehrt, ob sich ferner das Signum in der Cella befinde undschaubar, oder ob es nur ein Schaubild und Abbild des wirklichen sei und letzteres imAdyton verborgen verehrt werde 6H. Daher bezeugen so viele Thatsachen daß mit demVerschwinden desselben von seinem Sitze für immer, auch die Entfernung seines Numenangenommen wird und in solchem Falle alle Verehrung beim Tempel, mithin Gebrauchund Bedeutung desselben als Kultstätte aufhöre, so daß er als ein von seinem göttlichenBewohner verlassenes Haus dem Verfalle anheim gegeben wird 6b), wenngleich die nun
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