Band 
Erstes Buch.
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129
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Eigenthumes auftrete, wo sie alsdann entweder unter der ihr eigenthümlichen oder unterirgend einer angenommenen der Sachlage entsprechenden Gestalt erscheint. So sahen dieDelphischen Priester ihren Apollo«, ohnerachtet Winter war und der Gott sich beiden Hyperboreern befand, durch das Hypäthrum seines Tempels herbeieilen um ihngegen das räuberische Heer des Gallischen Brennuö siegreich zu beschützen ^), AthenaPoliaS senkte sich in Gestalt einer Eule auf das Feldherrnschiff der Athener vor derSalaminischen Seeschlacht herab 67, °), und wie Hermes Promachos in Gestalt einesEpheben mit einer Striegel bewaffnet die Tanagräischen Jünglinge gegen die Eretrierzum Siege67, b) führte, fuhren ehemals bei Homer ja stets die Schuhgötter der Dardanerund Achaier mitten in die Feldschlacht hinein um ihren Schützlingen vorzukämpfen;unaufgefordert und freiwillig erboten sich endlich noch Demeter und Persephone die Heer-fahrt des Timoleon zur Befreiung des geliebten Sikelischen Eilandes nach Syrakus zubegleiten, und da auf ihren Wunsch eine heilige Triere als Göttersitz ausgerüstet wurde,sah man sie bei dunkler Nacht durch eine dem Feldherrnschiffe am Himmel voran-schwebende Fakkel die Flotte sicher nach der Küste jener Insel überführen^). Einerso unwiderstehlichen Macht gegenüber als sie TerxeS gegen Athen heranführe, glaubtefreilich Athena Poliaö selbst aus ihrem Sitze weichen zu müssen; ihre ewige Flammeerlosch, sie verließ mit Erichthonios den Tempel und die Athener führten ihr Toanonnach Salamis in Sicherheit^-»). Welche interessanten Kunstwerke und Gedächtniß-bilder übrigens durch solche Vorfälle bei denen man die Gottheit als helfende und sieg-gebende erblikkt zu haben glaubte, ihren Ursprung gewannen, beweist die anmuthigeSage von dem Bilde des Kitharöden Eunomoö zu Lokri, auf dessen Phorminxanstatt der einen zerrissenen Saite eine Cicade gebildet war. Eunomos, erzähltTimäuS, kämpfte einst in den Pythischen Spielen zu Delphi mit dem Kitharöden An-ston von Rhegion um den Kranz. Als der Letztere bei den Kampfrichtern geltendmachte daß seine Vorfahren von uralten Zeiten her sich dem Apollon geheiligt und dieRheginische Kolonie von Delphi entsendet hätten, erwiederte Eunomos nur: wie dieRheginer deswegen nicht einmal an dem Wettgesange Theil nehmen dürften, weil die demSänger Apollon heilige und unter allen Geschöpfen am süßesten tönende Cicade in denRheginische« Fluren keinen Laut von sich gäbe; natürlich sprach das allgemeine Urtheilim Voraus für Ariston als einen Mann Delphischen Stammes; bei Anstimmungdes Hymnos begann indeß Eunomos schon seinen Gegner zu überflügeln, als ihmnoch vor Ende des Liedes plötzlich eine Saite der Phorminx sprang; alsobald ließ Apol-lon eine Cicade zu ihm hüpfen welche jedesmal den Ton der fehlenden Saite anstimmteund so dem trefflichsten Sänger den Sieg brachte 68-b). Mehr noch als die Götter selbstsind es bei solchen Kriegöunternehmungen die vorhin erwähnten streitbaren Schutzheroenüberhaupt, namentlich aber die Heroen und Dämonen des Vaterlandes deren Gegenwart