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Erstes Buch.
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die durch die Plynteria vollendet wird, beziehen könne. Daher spielt auch das Kallyntronbei den Alten eine so große Rolle, ist ganz eigentlich ein Symbol und charakteristischesAttribut des Sekokoren oder Neokoren, und es bezeugen alle Überlieferungen wie erst demAusfegen die Heiligung durch Wasserspenden, und die Katharsis durch Räucherung,nachfolge. Mit dem Besen von Lorbeerzweigen tritt bei EuripideS Ion, der Apollon -sohn und alte Sekokore des Delphischen Tempels, in der Frühe des Morgens an sein Ta-gewerk, den heiligen Tempelboden und die Thymele des Gottes zu fegen; den Kehrwedelrüstig rührend singt er sein Fegelied:Wohlan! du fegst mir den heiligen Opferbo-den vom Tempel des Phoibos, du blühender Zweig, neu entsprossen dem schönsten Lor-beer aus ewig grünendem Haine, beneht von heiligem Thau, der ewigströmendem Borne -entsprudelt und heilige Myrten bethaut; dich ergreif ich stets fegend des Gottes Bodensobald sich Helios eilenden Fluges emporhebt, dienend zu schaffen mein Tagewerk. JoPaian! Jo Paian! Glükkselig, glükkselig sei stets du der Lato Kind!" und erst als erdiese Arbeit verrichtet hat sprengt er das weihende Wasser aus:Ruhen möge derZweigwedel seht, denn beströmen will ich aus goldenen Kannen den irdischen Quell dersich ergießt von Kastaliaö Sprudeln."^«) demselben Besen erscheint auf jenemhieratischen Bildwerke an der Dresdner Dreifußbasis der Neokore des Delphischen Tem-pels vor dem Dreifüße, in dem die Reste des Dionysos Zagreus oder Python liegenwelche Pythia weiht, indem sie eine Todtentänie darüber hängt; denn durch dieses Kallyn-tron so wie durch den Epheukranz ist nicht allein der Priester als Neokore erkannt, son-dern auch der Beweis gesichert daß diese Darstellung auf die Kallynteria, auf die Lustra-tion des Delphischen Tempels gehe und die mystische Todtenfeier im Adyton verbildliche;daher fehlt auch dieser Pythia das gewöhnliche Symbol des Lorbeerkranzeö den sie tra-gen muste wenn Apollinische Sacra verrichtet wurden Die Reinigung von AthenasAltareden Kehricht schon frühe des Morgens hinwegfegend" verrichten die LokrischenJungfrauen zu Jlion, aber in elender und gezwungener Frohne ihr Leben lang ^). DiePalilien zu Rom , an welchen alle Häuser und Herde in der Stadt, alle Höfe auf dem Landelustrirt wurden, begannen mit Abfegen der Herde und der Opferplähe um den Hausaltardurch Lorbeerbesen: vir^a verret lnnnum, wie Ovid sagt, sodann folgte die Räuche-rung mit Schwefel und das Besprengen mit Wasser ehe wieder die reinigenden Zweigedes Olholzes, der Fichte, des Sadebaumeö und des Lorbeers in meclii; socix knisternkonnten Diese Kehrwedel oder Besen sind wie gesagt aus den Zweigen des reini-genden Lorbeers auch wohl aus Palmzweigen gefertigt; auf jenem Dresdner Bild-werke besteht der Stiel des Besens aus einem Rohrstamme dem das Lorbeerbüschel ange-bunden ist. Indessen scheinen nicht bloß bei den Römern sondern auch bei den Helle-nen die Zweige der Verbenaca oder Hierobotane einer noch größeren Heiligkeit zusolchem Gebrauche genossen zu haben, denn Plinius ^6) nennt dieses Gewächs als das-