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folgen muste, und AlkibiadeS sich vielleicht nur um einen Tag verrechnet haben mochte.Wie schon gesagt enthielt man sich namentlich auch jedes FamilienbündnisseS, jeder Hoch-zeit, denn es ging der Glaube daß derjenige welcher sich jeht verbinde eines baldigenTodes versterben würdet); andern Theils hätte auch eine solche Feierlichkeit nur den An-strich der Trauer haben können und der Weihe ermangeln müssen, indem man reines Feueraus dem Heiligthume welches dafür unerläßlich ist, deshalb nicht erhalten konnte weil eödort gelöscht war, das Feuer aber welches im Hause noch vorhanden blieb und der Ge-dächtnißweihe der Landesheroen bestimmt war, würde in seiner Verwendung zur Hei-ligung froher Festsacra demnach ein Piaculum gewesen sein; endlich aber waren jadie Priesterinnen welche bei solcher Feier die Sacra verrichten musten selbst unreinund konnten nur Todtenweihen vornehmen. Es war in Athen Brauch daß die Prie-sierin der Athena PoliaS als Stellvertreterin und mit dem Attribute ihrer Gottheit,der Aigis angethan, in das Haus jedes sich verbindenden Paares ging22s), wahrscheinlichum die Ehe zu segnen und den neuen Herd zu heiligen^"); und wenn man hier hinzu-nimmt daß die Braut bei ihrer Vermählung in die Akropolis geführt wurde um derSchuhgöttin Athena , als das Dankopfer zu bringen, so konnte an solchen Tagen
dies begreiflicher Weise nicht statt finden. In gleichem Verhältnisse befand sich dieFlaminica, die Gattin des Flamen Dialis zu Rom , welche als der Juno heilig dieSacra beim ehelichen Bündnisse verrichten muste; weil sie unrein war und in diesem Zu-stande der Trauer betrübte Züge annehmen muste, sich während solcher Tage an denendas heilige Jlische Feuer deö Palladion verlöscht war das Haar nicht glätten, nicht baden,die Nägel nicht verschneiden durfte, so war es derselben auch nicht erlaubt ihrem stets reinenGatten unter die Augen zu treten, noch weniger aber von der ewigen Flamme des Jupiterdie derselbe in der Kapelle seines Hauses pflegte, Feuer zu heiligem Gebrauche zuentlehnen; da nun auch die Flamme des Vestaherdeö keine Suffimente zur Reini-gung und Weihe hergab, so war jede heilige Feier unmöglich^!).
Für die Behauptung daß die heilige Flamme im Tempel, die Flamme desStaatöherdeS im Prytaneion, jedes Herdes im bürgerlichen Hause an allen Reini-gungsfesten überhaupt gelöscht sei, ein Jeder also nur ungekochte Fastenspeise genieße,sprechen aber nicht weniger interessante Zeugnisse, und es würden die ausdrükklichenWorte OvidS durch die er diese Zeit für Rom bezeichnet: sine igno loci, allein
schon die vollste Bestätigung von dem gewähren was auch alte Hellenische Sitte war.Mit dem Beginne des Todtensühnfesteö auf Lemnos welches neun Tage dauerte, wurdenalle Feuer so wohl in den Heiligthümern wie aus dem Herde der Wohnhäuser gelöscht,man muste mithin fasten; erst gegen Ende des Festes führte ein heiliges Theorenschiff,welches natürlich schon vor dem Feste dahin abgegangen sein muste, reines Feuer vomewigen Herde des Apollon auf Deloö herbei; die Theoriö durfte indeß nicht eher landen