Band 
Erstes Buch.
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183
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Betrachtet man die den Attischen Kallynterien entsprechende Stercoratio desVestatempelö in Rom , so zeigt sich wie dieselben Gedanken auch hier die leitenden sind.Diese Tage beginnen ebenfalls mit Verlöschung der ewigen Flamme des Vestaherdes;denn wenn Ovid ^) sagt: -Vcilie ljuoci grcsna lieri novus ignis in gecle (Vestge) Oi-citur et vires ilamma rekects ca^iit und Oonec .... IZnes curn ^>urs Vestg nitebitKümo. so muste ein Verlöschen vorherhergegangen sein, auch stimmt mit letzterem undder Erneuerung des heiligen Feuers ganz und gar das cerimonielle Hinwegnehmen der einJahr alten verdorrten Lorbeerkränze und Zweige bei dieser Verrichtung, so wie die Er-setzung derselben durch frische; es traten mit diesem Augenblikke der Feuerverlöschungneigst! liies ein, wie aus Stativs Worten: daß alle öffentlichen und privaten Verrichtun-gen ruhten bis das Troische Feuer wieder entzündet sei, hervorgeht^').

Mit dem rituellen Verlöschen der ewigen Lampe der Athen Polias^-H geht esaber sehr wohl zusammen daß diese Lampe auch so eingerichtet war um ein Jahr lang voneinmaliger Ölfüllung brennen zu können, so daß ein Erlöschen außer der Zeit nur durchAbsicht herbeigeführt werden konnte, indem außer der sorgfältigen Wartung, für dieSicherheit ihres Bestandes anderweitig gesorgt war; denn nicht nur bestand ihr Dochtaus dem berühmten Karpasischen Flachse und ihre Füllung wohl aus dem reinsten Atti-schen Öle (vielleicht von den Moriai an der Akademie), waö beides einer Verkohlungmöglichst widerstrebt, sondern die Lampe war unstreitig wohl deshalb aus reinem Golde ge-trieben um dasÖl nicht durch Kupferoxyd verderben und verdichten zu lassen. Ohnerachtetdieser Vorsicht muste jedoch selbst das reinste Öl durch Verdikkung und beim Verbrennenso viel Schmutz absetzen daß eine wenigstens jährliche Reinigung nothwendig war, beiwelcher namentlich auch der große erzene Schlot zur Abführung des Qualms («r^)durch die Dekke des Gemaches, dem Kallimachos die Form einer Palme gegeben halte,berükksichtigt werden muste.

Ist hiermit die Verlöschung der ewigen Flamme im Heiligthume wie die einesjeden Herdes oder dem Altare der Hausgötter im Wohnhause, ist die Fastensitte des Ge-nusses der ungekochten Speise nachgewiesen, so muß nothwendig auch für den StaatS-herd im Prytaneion gelten daß dessen Flamme die dem Gedanken nach das vermittelndeGlied zwischen Heiligthume und profanem Hause ist, rite gelöscht werde. In der Thatbezeugt schon die Thatsache daß die Eleer im Monat Elaphios die Asche aus ihrem Pry-taneion brachten und dieselbe mit Alpheioswasser um den hochheiligen Aschenaltar desOlympischen Zeus tünchten^), die Reinigung dieses Staatsherdes, ein Vorgang beiwelchem natürlich das ewige Feuer desselben gelöscht sein muste; in Folge dessen konntenauch die Prytanen die täglichen Mahlzeiten welche zu ihrem Amte gehörend von ihnensonst hier genossen wurden, nicht einnehmen weil jede AmtSverrichtung an diesen Tagen