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Die höhere Rechenkunst und ebene und sphärische Trigonometrie für die Oberlandmesser des Grossherzogthums Berg / herausgegeben von Dr.J.F. Benzenberg
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397
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messene Winkel. — Das letzere sind die beiden Höhen-winkel. Um die Höhenwinkel zu messen muß man eineWafferwage auf dem Sextanten haben, weil diese Win-kel so klein sind, daß man sie nicht mehr mit doppelterReflexion messen kann.

So viel ich weiß, sind unsere Sextanten die erstengewesen, welche auf dem Fernrohre eine Wafferwage hat-ten, und daß bei bedeutenden Messungen, wie z. B. beider von le Coqschen von Westphalen, keine Winkel aufden Horizont reducirt wurden, kam vielleicht mit von demUmstände her, daß diese Mcßkünstler keine Möglichkeitsahen, mit dem Sextanten so kleine Höhenwinkel zumes-sen als beim Reduciren vorkommen. Auch mogten sieglauben , daß in ebenen Gegenden die Vernachläßigungder Reduktion nur sehr geringe Fehler verursache. Ichglaubte dieses anfangs selber, als ich aber beim Rund-messen im Horizonte bei Winkeln, die in der Rheinebenegewesen waren, bedeutende Abweichungen von 3boo fand,so sah ich, daß man das Reduciren auf den Horizont nievernachläßigen dürfe, sobald man irgend eine Genauig-keit erreichen wolle.

Da es unmöglich war, die kleinen Höhenwinkel aufdie gewöhnliche Weise mit dem Sextanten zu messen, soließ ich eine Wafferwage mit zwei Ringen machen, die ichvorne aufs Fernrohr schieben konnte. Ich gebrauchtenemlich damals einen fünfzölligen Sextanten, auf dendas Fernrohr auf die gewöhnliche Weise durch den Ringaufgeschroben wird, der das Fernrohr trägt. — Die Hö-henwinkel wurden dann auf folgende Weise gemessen:Der Sextant wurde auf dem Statife senkrecht gestellt,und so um die Nuß gedreht, wß das Fernrohr horizontal

stand,