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Die höhere Rechenkunst und ebene und sphärische Trigonometrie für die Oberlandmesser des Grossherzogthums Berg / herausgegeben von Dr.J.F. Benzenberg
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396
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aber sehr selten der Fall, daß die beiden Gegenstände,auf die man mißt, mit dem Beobachtungspunkte in einerhorizontalen Ebene liegen. Ost liegen sie unter und oftüber dem Horizonte des Beobachters — oder der eineliegt darunter und der andere liegt darüber. An allendiesen Fällen mißt man statt des horizontalen einen schie-fen Winkel, und man muß nun berechnen, wie viel die-ses betragt, oder wie groß der Winkel gewesen, wenn erhorizontal gelegen.

Bei .Instrumenten, die eine Kippregel haben, hatman dieses nicht nöthig, weit hier das Instrument selberden Winkel auf den Horizont reducirt. Denn das In-strument wird horizontal gestellt, und die Kippregel,welche senkrecht auf und niedergeht, bringt immer denGegenstand aufden Horizont, er mag hoch oder tiefstehen.

Allein bei dem Sextanten ist dieses nicht der Fall.Dieser mißt den Winkel immer in der Ebene in der erliegt, und liegt der Winkel schief, so mißt er ihn auchschief. Man muß ihn dann durch Rechnung auf denHorizont bringen. Dieses heißt: das Reduciren auf denHorizont, welches fast von allen Meßkünstlern für dasSchwierigste beim Winkelmessen angesehen wird.

Beim Reduciren auf den Horizont stellt man sich durchdie beiden Schenkel des Winkels zwei senkrecht gestellteEbenen vor. Da , wo der Horizont diese Ebenen schnei-det , liegt der wahre Winkel. Der gemessene liegt in die-sen beiden Ebenen bald höher bald tiefer, bald jmehrbald weniger schief.

Um einen Winkel auf den Horizont zu bringen, mußman die Neigung seiner Schenkel gegeneinander und ge-gen den Horizont kennen; das erstere ist der schief ge-messene