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Die höhere Rechenkunst und ebene und sphärische Trigonometrie für die Oberlandmesser des Grossherzogthums Berg / herausgegeben von Dr.J.F. Benzenberg
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410
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§. II.

Beschreibung des Spiegelkreises.

Mit dem Spiegelsextanten kann man einen Winkelauf io bis i5 Sekunden genau messen. Oft trifft essich auch, daß mehrere Messungen bis auf ein paarSekunden übereinstimmen. Allein dieses ist zufällig,und man muß sich durch ein solches zufälliges Ueberein-stimmen nicht verleiten lassen zu glauben, daß der Win-kel nun wirklich bis auf 2 Sekunden genau wäre. Noch ^mehr würde man sich irren, wenn man sich durch einesolche imaginäre Genauigkeit verleiten lassen wollte, zuglauben, daß man alle Winkel mit dem Sextanten bisauf ein paar Sekunden, genau messen könne. Es mußschon ein guter Sextant seyn und ein sehr sorgfältigerTrigonomcter, wenn man die Winkel im Durchschnittbis auf i5 Sekunden sicher annehmen will. Die frühe-ren Winkelmeffungen, bei denen man nicht einmal denFehler der Eintheilung untersucht hatte, enthalten Feh-ler von halben und ganzen Minuten, obschon man siebis auf 5" genau hielt.

Soll man die Winkel genauer messen, und ist ihreFehlergrenze statt von 1 » bis >5 Sek. auf 5 bis »o be-stimmt, so wird die Sache viel schwieriger, da dicSchwie-- rigkeit in einem steigenden Verhältnisse mit der Enge derFehlergrenzen wachsen; und einen Winkel bis auf 5 Sek.genau zu messen, ist nicht doppelt, sondern viermal so !schwierig, als ihn bis auf io Sek. genau zu messen. iZu den Fehlern, die der Beobachter nun vorzüglich ^zu bekämpfen hat, gehören die der Eintheilung und dieder Exccntricität, und diese bis auf 5 Sek. auf dem

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