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Die höhere Rechenkunst und ebene und sphärische Trigonometrie für die Oberlandmesser des Grossherzogthums Berg / herausgegeben von Dr.J.F. Benzenberg
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411
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4ii

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Rande eines Instruments aufzusuchen, das nur 7 ZollRadius hat, ist eine sehr schwere Aufgabe.

Man würde auf diese Genauigkeit Verzicht leistenmüssen, wenn nicht Tobias Meyer die Erfindunggemacht hätte, die Winkel mit Wiederholung zu messen,wodurch er den Beobachter in den Stand setzte, selbstmit einem fehlerhaft getheilten Instrumente, die Winkeleben so genau zu messen, als wenn die Theilung fehler-frei wäre. Dieses war eine der wichtigsten Erfindungenfür die praktische Geometrie, welche im vorigen Jahr-hundert gemacht wurde; und ich will deswegen hier dieGeschichte derselben kürzlich erzählen, weil hiedurch dieEinrichtung des Spiegelkreises und die Art mit ihm zubeobachten desto deutlicher werden wird.

Tobias Meyer hatte das auf Taf. VI. Fig. , ab-gebildete Winkelinstrument in seinem mathematischenAtlas bekannt gemacht. Dieses war 1741.

Im Jahr 1762 machte er das in Fig. 2 u. 3 abgebil-dete Instrument bekannt, welches statt der Dioptern einFernrohr hatte. -Mit diesem maß er die Winkel auffolgende Weise:

Das untere Lineal sitzt an der Hülse fest, und mit ihmdreht sich das ganze Instrument, wenn solches mit derPreßschraube in ? nicht festgestellt wird. Das obere hin-gegen dreht sich mit dem Fernrohre im Kreise herum,ohne daß sich das Instrument bewegt. Wollte er nuneinen Winkel zwischen den Gegenständen V und L mes-sen, so stellte er das Instrument fest, und drehte dasFernrohr auf Er maß dann die Oeffnung beiderLineale, die z. B. i 5 ° Grad betrug. Dann drehte erdas Fernrohr auf L und maß wieder die Oeffnung beider

Lineale,