Buch 
Die höhere Rechenkunst und ebene und sphärische Trigonometrie für die Oberlandmesser des Grossherzogthums Berg / herausgegeben von Dr.J.F. Benzenberg
Entstehung
Seite
522
JPEG-Download
 

522

§. 25 .

Geschichte des Höhenmesiens mit dem Barometer.

Im Jahr 1643 erfand der berühmte italiänische Geo-metcr T 0 ricclli das Barometer. Diese Erfindung ver-breitete sich sehr schnell über Europa, und die Barome-ter wurden bald unter dem Namen Wettergläser allge-mein bekannt.

Im Jahr a6ss8 kam Pascal in Frankreich aus denGedanken, daß das Barometer auf den Bergen niedri-ger stehen würde als in den Thälern, weil oben wenigerLuft aus das Quecksilber drücke. Um dieses zu unter-suchen, vcranlaßre-cr seinen Schwager Perrier, der zuClermont wohnte, mit einem Barometer auf einen be-nachbarten Berg, den Pic de Dome, zu steigen. Dieserfand, daß das Barometer auf dem Berge 23 Zoll 2 Li-nien stehe, indeß es zu Clermont 26 Zoll Linie stand.Perrier schätzte den Berg zu 3 oc>o Fuß. Diese ersteHöhcnmessung geschah den 18. September 1648.

Boylc in England und Mariotte in Frankreich,entdeckten zu gleicher Zeit das Gesetz: daß die Luft indemselben Grade dichter wird, und einen kleinern Raumeinnimmt, in welchem sie gedruckt wird, d. h. durch ei-nen dreimal so starken Druck wird sie dreimal dichter.Dieses ist das sogenannte Mariottische Gesetz.

Sobald man dieses Gesetz kannte, so war der Wegzur Berechnung der Berge gebahnt, man brauchte nurdie Atmosphäre in Gedanken in eine gewisse AnzahlSchichten einzutheilen, deren jede z. B. das Gewichtvon v,oa Zoll Quecksilber hatte, und hierüber eine Ta-belle