Buch 
Die Schiebersteuerungen : mit besonderer Berücksichtigung der Locomotiven-Steuerungen / von Dr. Gustav Zeuner
Entstehung
Seite
225
JPEG-Download
 

Steuerungen mit zwei .Schiebern. Guinotte.

225

geführte Guinotte’sche Steuerung ist übrigens nur für Maschinenbrauchbar, die immer nach der gleichen Richtung umlaufen ; sie istalso bei Maschinen mit Umsteuerung unverwendbar und steht insolcher Beziehung vor der Polonceau’schen Steuerung zurück.

Guinotte’s Steuerung zweiter Art. Die Steuerung, aufdie wir im Folgenden eintreten, ist diejenige, welche G ui nottein verschiedener Form ausführte und durch welche das vorliegendeProblem, das wir bei Besprechung ihres Diagrammes (HolzstichFig. 53) hervorgehoben haben , in höchst sinnreicher und eleganterWeise gelöst wird. Wichtig ist dabei im Besondern, dass der ein-fache Mechanismus seine Dienste sowohl für den Vorwärts - als auchfür Rückwärtsgang der Maschine leistet, er also auch für Locomoti-ven , sowie für Schiffs - und Förderdampfmaschinen brauchbar ist.

Fig. 29 Taf. VI stellt die Steuerung vor, wie sie zunächst füreine stationäre Maschine, die immer nach der gleichen Richtungumläuft, angeordnet werden kann. Auf der Kurbelwelle 0 ist dasVertheilungsschieber-Excenter mit der Excentricität ÜD und demVoreilwinkel YOD aufgesteckt und führt mittelst der SchubstangenÜQ den Vertheilungsschieber .S.

Ein zweites Excenter mit der Excentricität OI ) 0 , das mit 90°Voreilen aufgesteckt ist, führt mittelst der Excenterslange D 0 J dieCoulisse CC 1 , die um den Punkt J drehbar ist, Derselbe Drehzapfen Jschliesst sich aber auch an den Endpunkt des doppelarmigen HebelsJKL an, der sich um die festliegende Axe K dreht. Ein zwei-ter doppelarmiger Hebel FQE ist mit seinem Drehzapfen an denEndpunkt Q der Schieberstange J)Q des Vertheilungsschiebers be-festigt. Durch die Verbindungsstangen LF und EC wird die Be-wegung des Endpunktes L des ersten Hebels auf den zweitenund von diesem, dessen Drehpunkt Q mit dem Verlheilungsschieberdie gleiche Bewegung hat, auf den Endpunkt C der Coulisse über-tragen , die durch die angegebene Bewegung der beiden Punkte Jund C in eine eigentümliche fortschreitende und drehend oscilli-rende Bewegung versetzt wird.

In der kreisförmigen Führung der Coulisse lässt sich der Gleit-backen M am Ende der Schubstange BM verstellen, die in B an dieSchieberstange des Expansionsschiebers S 0 angeschlossen ist, DerExpansionsschieber ist wieder ein Polonceau'scher Schieber, w r ieer durch Fig. 23 Taf. V vorgeführt wird.

Es soll nun auf analytischem Wege die Theorie dieser Steue-

Zeuner, Schiebersteuerungen. 4. Auflage. 15