Ich mache auf vier Zeiträume in der Geschich-te der Mathematik aufmerksam. Der erste stelltzuerst den schwachen Schimmer ihrer Entstehungdar, dann ihren schnellen Wachsthum bey den Grie-chen, und zuletzt ihre allmähliche Abnahme bis aufdie Zerstörung der Alerandrinischeu Schule. Indem zweyten Zeiträume erscheinet sie wieder belebtund gepflegt von den 'Arabern, welche sie mit sichin einige Länder von Europa herüber bringen. Die-ser Zeitraum geht beynahe bis gegen das Ende desfünfzehnten Jahrhunderts. Einige Zeit darauf ver-breitet sie sich und thut schnelle Fortschritte bey allenmir einigermaaßen beträchtlichen europäischen Na-tionen. Dies ist die dritte Periode, welche unsbis zur Entdeckung der Aualysis des Unendlichenführt. Mit dieser aber beginnt die vierte und letztePeriode. Diese vier Perioden werden die Haupt-abtheilungen dieses Werks abgeben.
Bey dem ersten Anblicke scheint um der Deut-lichkeit willen nothwendig, Laß ich die Geschichteeines jeden Theiles der Mathematik nach einanderund ohne Unterbrechung folgen lasse. Allein dieseMethode, wenn sie ohne Unterschied auf alle Theileund alle Zeiträume angewandt wird, ick mit eini-gen Unbequemlichkeiten verknüpft. Die verschiedenenZweige der Mathematik sind nur stuffcnweise gebil-det und entwickelt worden, und oft einer aus demandern. So gibt es z. B. einen Satz der Me-chanik, aus welchem eine vollendete Theorie derGeometrie hervorgegangen ist. Hier würde es alsounmöglich seyn, von dem Erstem Nachricht zü ge-