Mathem. Miss. b. d. abendl. Christen. zzz
nung. Man wußte aber, wenigstens in Europa,vor Anfang des zwölften Jahrhunderts nicht, daßein Magnetstcin frey aufgehangen oder vermittelsteines Korkes auf dem Wasser schwimmend, sich be-ständig in einerley Richtung nach den beyden Polenneigt. Man wußte noch weniger, daß der Magnetdieselbe Eigenschaft einer Ruthe oder Nadel von Ei-sen mittheilt. Es scheint aus den Werken des Guyde Prvvins, eines unserer Dichter aus dem zwölftenJahrhundert, zu erhellen, daß die französischen See-leute die ersten gewesen sind, welche die Boussoleangewandt haben, den sauf der Schiffe zu regieren.Weswegen sie den französischen Namen Marinetteerhielt. Der Gebrauch, die Magnetnadel auf ei-nem Zapfen aufzustellen, ist unter uns sehr alt.Gleichwohl sprechen die Italiener, die Deutschenund die Engländer unS die Erfindung der Boussoleab. Diese gegenseitigen Ansprüche können unterstütztwerden, theils weites möglich ist, daß man zu glei-cher Zeit einerley Sache in verschiedenen Ländern ent-deckt, theils weil die Boussole erst nach und nachvervollkommnet ist, und folglich jede Nation, welcheUach ihrem besondern Nutzen dazu beytrug, geglaubthat, sich die ganze Erfindung zueignen zu können.Was die Chineser anlangt, so ist es nach den Be-hauptungen einiger Geschichtschreiber ausgemacht, daß,wögen sie auch lange Zeit vor den Europäern sichder Boussole zur Schissfahrt bedient haben, sie wenig-stens beständig auf eine sehr grobe Anwendung be-schränkt gewesen sind. Denn ihr Verfahren, wo-bey sie geblieben find, den Magneten auf Wasser
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