Band 
Zweyter Theil.
Seite
99
JPEG-Download
 

Acschichte der Lttroiivunc,

sche Beobachtungen zu machen. Er war besondersbeauftragt/ den Planeten Mars zu beobachten, denPicart damals in Dänemark, Cassini und Römer inder Provence zu gleicher Zeit beobachteten, um ausder gegenseitigen Vergleichung aller dieser in so ent-fernten Gegenden gemachten Beobachtungen die Pa-rallaxe dieses Planeten folgern zu können; womit da-mals alle Astronomen beschäftigt waren, in der Hoff-nung, aus derselben großeAusklärungen über die Theo-rie der Parallaxen zu erhalten. Sobald als Richerseine Beobachtungen anfangen wollte, machte er eineandre, die man nicht vorausgesehen hatte und die vielwichtiger war, als alle die von ihm beabsichtigten.Er hatte zur Zeitmessung ein Pendel mitgenommen,welches genau die Pariser Secunden schlug. Als erzu Cayenne von demselben Gebrauch machen wollte,fand er, daß dieses Pendel zu langsam oscillirte: umes genau die Secunden schlagen zu lasten, mußte eres um ungefähr eine und eine Viertel-Linie verkürzen.Als diese besondre Beobachtung nach Paris berichtetwar, so fand Huygens sogleich den physischen Grundderselben. Dieser war, daß vermöge der Rotations-bewegung der Erde um ihre Axe die Centrifugalkraftgegen den Aequator größer wäre als unter der Paral-lele von Paris, und daß sie folglich die natürliche undursprüngliche Schwere am erstem Orte mehr schwächenmüßte als am letztem. Hieraus schloß man, durcheine weitere Folgerung, die sich auf die Theorie derBewegung der Pendeln gründete, daß ein Secundenschlagendes Pendel zu Cayenne kürzer seyn müßte, alsein Secundenpendel zu Paris. Huygens gab ferner

7 *