Band 
Zweyter Theil.
Seite
187
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Geschichte der Anatysis deß Unendlichen. »gx

nung von dem Marquis de l' Hopital empfangen, derihn kurze Zeit nachher mir auf sein Landgut Ourquesin Touraine nahm, wo sie vier volle Monate zubrach-te», die nrue Geometrie zusammen zu studiren. AlleAufmerksamkeiten, alle thätigen Beweise der Erkennt-lichkeit wurden an dem ausländischen Gelehrten ver-schwendet. Bald fand der Marquis durch eine hart-näckige und angestrengte Arbeitsamkeit, die für immerseine Gesundheit untergrub, sich im Stande, die gro-ßen Probleme, welche die Geometer sich vorlegten,aufzulösen. Seit dem Jahre erscheint er auf

diesem gelehrten Kampfplätze, und zeichnete sich aufdemselben bis an seinen Tod aus. Man rechnete ihnin dieser Zeit zu den ersten Gcomctern von Europa,und man bemerkt besonders, daß-Johann Bcrnoullieiner seiner wärmsten sobredner war. Vielleicht erhobman ihn zu hoch, während seines scbenS. Allein dieAnklage, die Johann Vernoulli gegen ihn nach sei-nem Tode erhebt, gibt ein zu schweres Gegengewichtab, und die Gerechtigkeit muß das Gleichgewicht wie-derherstellen. Nun frage ich aber dreist, ist es wahr-scheinlich, daß ein Geometer, der vor der Herausgabedeü Buchs ckos irckinlmsnt petit5 so viele Beweiseeiner gründlichen Wistenschast gegeben hatte, der z.V- die Aufgabe von der Curve deS Gleichgewichts beyden Zugbrücken aufgelöst hatte, nur bloß ein Samm-ler in allen schweren Theilen dieses Werks gewesen wä-re? Kann man voraussehen, daß er wenig genugZartgefühl gehabt habe, um so viele demüthigendeHülfe zu verlangen oder anzunehmen? Weiß manüberdies nicht, daß er eine sehr erhabene Seele be-