Band 
Zweyter Theil.
Seite
322
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zrr lV. Zeitraum, rz. Capitel, i. Abschnirk

Mondsflccken ließ Galilei bemerken, daß dieser Pla-net um seinen Mittelpunkt ein wenig hin und wiederzurück schwanke, vermöge welcher Bewegung gewisseFlecken am Rande für eine Zerr verschwinden, daraufwieder zum Vorschein kommen, nachdem abermalsverschwinden, und so weiter. Diese Bewegung nenntman das Schwanken, Wanken oder die Vibra-tion des Mondes. Galilei erklärte es überhauptdurch eine Umdrehungsbcwegung um eineAxe, die erdem Monde beylegte, in derselben Zeit, in welcherer sich um die Erde bewegt. Er bestimmte aber nichtdie genaue Lage dieser Axe, auch nicht die genauen Grü-ßen der Bewegungen der Libration, welche sie erzeugenmüßte, sowohl in Breite als in Länge.

Da die Hauptplaneten, welche sich um ihre Arendrehen, uns verschiedene Flecken oder dieselben Fleckenin verschiedenen Lagen zeigen, und da eben diese Er-scheinungen die Merkmale abgeben, an welchen wirihre Umdrehungsbewegungen erkennen: so behaupteteDescartes, weil er nichts dergleichen am Monde be-merkte, daß dieser keine Umdrehungsbewegung habe.Um die beständige Erscheinung eben derselben Fleckenzu erklären, nimmt er an, daß die Mondskugel auSzweyen durch den Kreis, der auf der von der Erdenach dem Mittelpunkte des Mondes gezogenen Linielothrecht ist, von einander abgesonderten Halbkugelnvon ungleichen Schweren besteht. Hieraus schließt er,daß von diesen beyden Halbkugeln, welche beyde derWirkung der Centrisugalkraft, die aus der UmlaufS-bewegung des Mondes um die Erde hervorgeht, un-terworfen sind, die schwerere oder die dichtere, welche