Band 
Zweyter Theil.
Seite
323
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Geschichte der praktischen Astronomie. zrz

die größte Centrifugalkraft hat, sich beständig am mei-sten von uns entfernt halten muß. Was die Bewe-gung der Vibration anlangt, so entspringt diese, nachDeseartes Meynung, aus einem kleinen Hin- undHerschwanken des Kreises, der die Grundflächen derbeyden Halbkugeln bildet. Ich habe nicht nöthig zuzeigen, wie sehr hypothetisch diese ganze Erklärung ist.Die angebliche Ungleichheit der Schwere oder derMasse der beyden Halbkugeln ist außer aller Wahr-scheinlichkeit; und überdies gibt sie nur einen unsicher»und unzureichenden Grund der Erschemuiigen der Vibra-tion an.

Der berühmte Dominirus Casstni und sein wür-diger Sohn Jakob Cafsini (gebohren 1677, gest.1756) sind die ersten, welche von diesen Bewegungendes Mondes eine vollständige, genaue und mit denBeobachtungen übereinstimmende Erklärung gegebenhaben, die folglich von allen Astronomen ist angenom-men worden. Sie ist vorgetragen von Jakob Casstniin den Memoiren der Akademie der Wissenschaften zuParis für das Jahr 1721, und in seinen Llenrensct' Astronomie, 1742. Nach ihm entspringt dasSchwanken des Mondes aus der Combination zweyerBewegungen, des Umlaufs dieses Planeten um dieErde und seiner Umdrehungsbewegung um eine Axe,indem diese letztere Bewegung folgenden Bedingungenunterworfen ist:

i) Die Umdrehungsaxe des Mondes ist um 87S-Grade gegen die Ebene der Ekkiiptik, und umGrade gegen die Ebene der Mondsbahn geneigt; soLaß die Ebene des Aequators der Mondskuge! einen