Geschichte der praktischen Astronomie. zzz
England, Schweden und Preußen angestellten Beob-achtungen verglich. Endlich maß er einen Grad derErde, wovon ich in dem folgenden Artikel ausführli-cher zu reden Gelegenheit haben werde.
Gestalt der Erde.
Die Frage von der Gestalt der Erde ist ein Ge-genstand von der höchsten Wichtigkeit für die Astrono-mie und Navigation. Auch hak man zu allen Zeitenzu ihrer Auflösung Versuche gemacht; allein erst seitPicards Messung sing man an Resultate zu erhalten,auf deren Genauigkeit man sich mit Grund verlassenkann.
Dieser Astronom fand (I. r66y), daß die Langeeines Grades des Erdmeridians 57060Toisen betrüge,unter einer nördlichen Breite von 49 Graden 2Z Mi-nuten. Wenn gleich diese Bestimmung für ohne Ver-gleich viel genauer als alle vorhergehenden geschähtward, so ließ sie nichts destvweniger noch einigesvermissen, theils wegen der mangelnden Genauig-keit gewisser Elemente, theils weil sie nicht hinreichte,um einen vollständigen Begriff von der Gestalt undden Abmessungen der Erdkugel zu geben. Picardhatte dreyßig Dreyecke gebraucht, in einer Ausdehnungvon zwey und dreyßig (französischen) Meilen, um dieLänge des ErdgraveS zu berechnen. Konnten nunnicht einige merkliche Irrthümer in die trigonometri-schen Auflösungen so vieler Dreyecke sich eingeschlichenhaben? Andern Theils konnten die besten der damalsbekannten Instrumente nur bis auf vier Secunden den