Gesckichte der physischen Astronomie.
dem Monds eins bewegliche Bahn auf der Ebene derEkkliptik beylegte, die von einem Augenblick zum an-dern einen veränderliche» Winkel mit eben dieser Ebenemachte, so daß man, um den wahren Ort des Mon-des oder seine länge und Breite zu kennen, zuerst dieDurchschneldung der Mondsbahn mir der Ekkliptikoder die kinie Verknoten und hernach die Neigung derbeiden Bahnen bestimmen mußte; welches auf einegroße Zahl von Gleichungen führte, von denen einigeungewiß oder prccär waren.
2 >n Iahr 1759 kam Euler, indem er die Frageunter einem neuen Gesichcspunct betrachtete, auf eineeinfachere, deutlichere und genauere Auflösung, alsalle, die man bis dahin kannte. Er bestimmt denwahren Ort des Mondes, indem er ihn auf drey recht-tvinkclichtc Coordinaten bringt, von denen zwey in derEbene der Ekkliptik liegen und die dritte auf ihr senk-recht »st. Die Werthe dieser Coordinaten findet manfür jeden Augenblick aus Gleichungen, die sich aufacht Arten von Größen gründen, von denen die eineHälfte beständige, die andre Hälfte veränderliche sind.Die vier beständigen Größen sind die mittlere Excen-triciräc der Mondsbahn, die mittlere Neigung dieserBahn gegen die Ekkliptik, die mittlere Excentricitätder Erdbahn und das Verhältniß zwischen der mitt-lern Entfernung der Erde von der Sonne und Ver-mittlern Entfernung des Mondes von der Erde. Dievier veränderlichen Größen sind vier den Zeiten pro-portionale Winkel, nämlich die mittlere Elongationdes Mondes und der Sonne, die mittlere Anomaliedes Mondes, das mittlere Argument der Breite des