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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Einleitung.

oder 1, 2, 3, . . . . Atome des einen, neben 1, L, 3, 4 . ..Atome des andren. Man kann sie nur durch eine Kraft voneinander trennen, welche auf die Lage der Atome selbst einwirkt.

Die physischen Verbindungen sind schwerer aufzufassen. Un-terscheiden sie sich von den mechanischen nur durch die geringereAnzahl der vereinigt gebliebenen Atome, oder ist sie der chemi-schen ähnlich, mit dem Unterschiede, daß die Atome regellos durcheinander gemischt sind? Welche Ansicht auch der Physiker vor-ziehen möge, immer wird er vom Standpunkte der Atomistikaus einen allmäligen Uebergang zwischen den mechanischen, che-mischen und physischen Verbindungen zugestehen müssen, welchedoch, wie wir glauben, eben so scharf von einander geschiedensind, wie die Aggrcgatzustäude selbst. Dagegen ist bei der Er-klärung der chemischen Verbindungen der AtomiSmus der Dyna-mik entschieden überlegen, indem aus ihm die festen Proportionenin den chemischen Verbindungen mit Nothwendigkeit hervorgehen.Diese und daS Gesetz der Rationalität bei den Krystallen müßteman vor Allem mit der Annahme einer den Raum stets ausfüllen-den Materie in Einklang zu bringen suchen.

Die Cohäsion.

§. 19. Das Wort Cohäsion bezeichnet bei den PhysikernBegriffe von sehr verschiedenem Umfange. In älterer Zeit verstandmau darunter jede Kraft im Körper, welche sich auf den Zusammen-hang der Theile bezicht, selbst die chemische Affinität. Späterhin,als man die verschiedenen Arten von Zusammenhang unterscheidenlernte, schränkte mau den Begriff immer mehr ein, und gebrauchteihn zuletzt bloß für die Kraft, welche zum Zerreißen eines festenKörpers nothwendig ist, synonym mit Festigkeit, nach der vonuns angewendeten Terminologie. Indessen wurde Cohäsion zuwei-len in einem anderen Sinne gebraucht, und dieses gerade von Män-nern, welche die Erscheinungen von einem allgemeinen Standpunkteaus betrachteten, z. V. von Doung, der eine wichtige Abhandlung,,0n tlio collemion vk Ikluict«" überschrieben hat.

Ich nehme Cohäsion in weitern Sinne und begreife darunteralle im Innern des Körpers wirkenden Kräfte, welcheseine räumliche Anordnung bestimmen, aber weder in sei-