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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Verbindungen.

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verschiedener ihre specifischen Gewichte. Die physischen Verbindun-gen werden durch eine innige mechanische Verbindung, welche diebeide» Bestandtheile in möglichst großen Oberflächen in Berührung'bringt, sehr befördert. Sie finden sich vornehmlich unter Körpern,welche in ihren Eigenschaften einander sehr nahe stehen, z. B. zwi-schen den Gasen; zwischen Flüssigkeiten von ähnlichen specifischen Ge-wichten, Cohäsioncn u. s. w.; bei den festen Körpern vielleicht nurdann, wenn zu der Aehnlichkeit aller Eigenschaften noch'eine derIdentität nahe Verwandtschaft der Krystallform tritt. Körper, dieverschiedenen Aggregatzuständen angehören, gehen nur dann einephysische Verbindung ein, wenn der feste oder gasförmige Bestand-theil durch die Anziehung des flüssigen ebenfalls flüssig geworden ist.(Siehe Coharenz des Flüssigen, Absorption und Auflö-sung). Die chemischen Verbindungen sind zwischen denjenigenKörpern am innigsten, deren Eigenschaften am meisten verschiedensind. Und wenn auch zwei Körper, die eine physische Verbindungeinzugehen pflegen, wie zwei Salze oder ein Salz mit Wasser undAlkohol, sich chemisch verbinden, so ist das Band immer locker undwird durch schwache chemische Kräfte zerrissen *).

§. 18. In der Darstellung dieser drei Verbindungsarten habeich mich der Sprache der Dynamik bedient. Atomistisch würde manstch folgendermaßen aussprechen müssen:

In der mechanischen Verbindung enthält jeder der Bestand-, theile eine sehr große Menge gleichartiger Atome in ihrer ur-sprünglichen Stellung.

Bei chemischen Verbindungen sind die Atome beider Be-standtheile regelmäßig neben einander gelagert, Atom neben Atom,

') Gegen diese Charakteristik kann Verschiedenes eingewendet werden, z.B.die Zersetzung der Hydrate, einer unleugbar chemischen Verbindung durchbloße Verdampfung. Diese Erscheinung ist identisch mit der Zersetzungdes kohlensauern Kalks in hoher Temperatur und hohem Druck, ja wahr-scheinlich auch mit der Bildung und Zersetzung der Oxyde durch Wärme«Ich kann hier, wo nur eine Uebersicht gegeben werden soll, nicht näherauf das Einzelne eingehen. Die Definition der physischen Verbindungenbleibt so lange etwas schwankend, als uns genaue Versuche über dasspecifische Gewicht, die Lichtbrechung, die Cohäsion, und vor allein dieWärme-Entwickelung oder- Vcrschluckung bei Verbindungen fehlen. Aufdie Verdampfung der flüssigen Verbindungen werde ich bei der Coharenzdes Flüssigen zurückkommen.