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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Diffusion, Daltons Gesetz. 27

änderrmg in den Bestandtheilen des Gemisches bald bemerkbarwird.

Diese Bewegungen, welche aus dem Streben nach physischenVerbindungen hervorgehen, sinL> wohl zu unterscheiden von den aero-dynamischen. Wenn vor der Oeffnung, aus welcher ein comprimir-§ tes Gas ausströmt, sich ein flüssiger oder fester Körper befindet, so

' wird er mit fortgerissen. Aus demselben Grunde wird auch ein frem-

^ des Gas in Bewegung gesetzt, ohne daß man daraus auf eine Ab-

! stoßung zwischen den heterogenen Gasen schließen darf. Hier wirkt

eine bloß -mechanische Kraft, während die Ausbreitung des ho-! mvgenen Gases durch den ganzen ihm zugänglichen Raum eine Folge! von Molecularkräften ist.

! §. 18. Die Atmosphäre der Erde ist eine physische Ver-

bindung von Sauerstoff- und Stickstoffgas. Sie ist keine chemischeVerbindung; denn sie verhält sich im specifischen Gewichte, in derLichtbrechung, in ihrem Verhältnisse zur Wärme, in der Leichtig-keit den Sauerstoff auf physischem oder chemischem Wege auszuschei-' den, ganz wie ein Gasgemisch. Ueberdicses haben ihre Bestandt-

heile nicht die Proportion, welche man sonst an allen chemischenVerbindungen, besonders deutlich an den Gasen, beobachtet. Wenn

> man überall, an freier Luft wie im Krankenzimmer, die beiden

> Hauptbestandtheile in demselben Verhältnisse gemischt findet, so rührtdieses her von der bedeutenden Quantität des Sauerstoffes in ei-nem viele Kubikmeter umfassenden Raume; von der Leichtigkeit, mitder sich die Gase verbreiten und einen durch Athmen oder Brennenemstandenen Verlust ersetzen, und von Mangeln unsere Eudiometer,welche in einzelnen Beobachtungen den Sauerstoffgehalt nicht auf0,5 ja 1 Procent der Luftmenge genau geben. Bei einer chemi-schen Verbindung beider Gase würde, wenn Sauerstoff verzehrt ist,nicht dieser, sondern atmosphärische Luft oder Kohlensäure den Ver-lust ersetzen. Bei einer physischen Verbindung dagegen tritt Sau-erstoff hinzu, sogar wo die Elasticität nicht verändert ist.Jenes constante Verhältniß in den Bestandtheilen der Luft, wel-ches man als Argument für die chemische Ansicht angeführt hat, sprichtvielmehr entschieden für die physische.

§. 19. Damit die Atmosphäre im Gleichgewichte sei, mußzwei Kräften genügt werden, der Diffusion und der Schwere,hieses scheint auf zweifache Weise möglich zu sein: