Elasticität der Gase.
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ner hat durch eudrometrische Analysen der Luft auf dem Faulhorn,etwa 2600 Meter hoch, 20,9 p. e. Sauerstoff gefunden, statt 20,2wie es nach seiner Meinung bei der daltvnschcn Theorie sein sollte.In der Tiefe, d.h. gegen 800 Meter hoch, war es 21,1 p. 0. Erglaubt darin eine Widerlegung der Theorie zu sehen. Aber durchbarometrische und cudiomctrische Beobachtungen kann die Theorieweder widerlegt noch bewiesen werden. Die ungleichförmige Mi-schung der Luft setzt eine vollkommene Ruhe der atmosphärischenSchichten im Sinne der Höhe voraus, die gänzliche Abwesenheitauf- und absteigender Lnftströmc. Aber diese Bedingung wird nichterfüllt. Der Luftraum ist beständig, nicht nur von horizontalen, son-dern auch von verticalcn Strömungen durchzogen; auf Bergen sinddiese, wie jeder Vergreisende weiß, vorzüglich stark und würdenhinreichen noch weit größere Differenzen in den Mischungen aus-zugleichen; denn die Vereinigung welche die Diffusion der Gase nursehr langsam bewirkt, wird von den Winden schnell zerstört.
§. 23. Indessen folgt aus der Rcpnlsion zwischen den gleich-artigen und der Indifferenz zwischen den ungleichartigen Gasen kci-neSweges eine Veränderung in der Mischung der obern Luftschich-ten. Die Abnahme der Elasticität in der Höhe rührt her von demDrucke der ober» Schichten. Diese wirkt hierbei bloß durch ihr Ge-wicht, die Beschaffenheit des Gases ist dabei ohne allen Ein-fluß. Eine Wolke, ein Luftballon würden ganz eben so wirken, wieauch dem Wasser mechanisch beigemengte fremde Stoffe denselbenDruck hervorbringen, wie die Waffertheilchen selbst. Man bedientsich, um hydrostatische und aerostatische Sätze elementar zu beweisen,zuweilen der Vorstellung, daß man die Schichten durch eine festeWand von einander trennt, und setzt voraus, daß das Gleichge-wicht dadurch nicht gestört werten könne. Theilt man nun die Luftin einer gewissen Höhe, z. B. von 3000 Metern, durch eine solcheWand, so müßte nach der gewöhnlichen Auffassung der daltonschenMethode der untere Raum dennoch sein Gleichgewicht verlieren, unddie Gase sich anders vertheilen.
Die Luft also ist nach unserer Ansicht, die in ihren Princi-pien mit der daltonischen übereinstimmt, ganz gleichförmig ge-mischt, und die Elasticität nimmt in der Höhe so ab, wie in einemeinfachen Gase von dem specifischen Gewichte der atmosphärischenLuft.