Diffusion, Grahams Gesetz.
33
§. 2S. In allen diesen Fällen ist die Beschaffenheit des po-rösen Körpers bloß in so fern von Einfluß, als die Diffusion m.a. w. langsam wird. Die Verhältnisse bei verschiedenen Gasenbleiben unverändert man mag sich der organischen Häute, oder po-röser Steine, oder der Spalten im Glase bedienen. Ein Beweis, daß,überall dieselbe Kraft thätig ist, und daß hierbei kein sogenanntesdynamisches Durch dringen der Häute statt findet, welchesviele Physiologen annehmen; sondern ein Durchwandern von Poren,wobei die feste Körper nur die passive Rolle von Wandenspielt.
§. 30. Ganz davon verschieden sind die Erscheinungen, wenndie Membran mit Wasser oder andren Flüssigkeiten durchzogen^ ist. Dann versperrt sie, wie schon Reaumur beobachtet hat, den
! Gasen den Durchgang, selbst bei bedeutendem Drucke z. B. von
einer Atmosphäre, und diejenigen nur können hindurchgehe», welchevon dem Wasser u. s. w. absvrbirt, d. h. flüssig gemacht werden, können. (Siehe Cohärenz der Flüssigen, Absorption).
! Die Kohlensäure dringt nur sehr schwach durch eine trockene
Blase. Durch eine feuchte dringt sie dagegen leicht, während Was-serstoff und die Gase der atmosphärischen Lust zurückgehalten wcr-! den. Eine feuchte, atmosphärische Luft haltende Blase in einen
^ Recipientcn mit Kohlensäure gebracht, schwillt dabei so stark an,
i daß sie platzt. Auf ähnliche Weise verhält sich das ebenfalls leicht
> absorbirte Schwefel wasserstoffgas. Daß dieses in der That
! nur eine Folge von Absorption ist, geht namentlich aus Baum-
gartn er's Versuchen hervor, nach denen die Kohlensäure auchdurch Blase, die mit Alkohol befeuchtet ist, geht, aber nicht durch eineölfeuchte Blase. Die Kohlensäure wird nämlich von dem Alkoholin Menge, von den Oelen aber nicht merklich absvrbirt.
Vermuthlich rührt es von ähnlichen Ursachen her, daß Aetherleichter durch Kautschuck geht, als Wasser- oder Weingeiftdampf.
§. 31. Da die Wärme das specifische Gewicht der Gase ver-mindert, so ist zu erwarten, daß die Diffusion in hoher Tempera-tur vermehrt werde. Indessen ist mir nur eine Beobachtung darüber be-kannt. Priestley sah nämlich, als er sich mit der Analyse desWassers beschäftigte, daß aus der glühenden Thonröhre, durch welchedie Dämpfe strichen, auch andere Gase, besonders Stickstoff aus-traten. Nach langen Umwegen erkannte er endlich den Grund in dem