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Elasticität der Gase.
mit Quecksilber gesperrt und oben durch eine Blase von der At-mosphäre oder dem innern Raume eines Rccipienten getrennt wird.Natürlich wirkte die ungleich gewordene Elasticität nachtheilig aufdie Diffusion ein, und Graham hatte daher die Vorsicht die Gasein beiden Behältern stets in einer gleichen Elasticität zu erhalten,oder da der eine Behälter gewöhnlich die Atmosphäre selbst war,den Druck des innern Gases dem atmosphärischen gleich zu machen.
§. 28. Die Diffusion der chemisch homogenen Gase hat da-her folgende der Quadratwurzel des specisischen Gewichtes propor-tionale Werthe:
Wasserstoffgas
1,00.
Kohlenwasserstvffgas
2,86.
Wasserdampf
3,00.
Kohlenoxydgas
3,76.
Stickstoffgas
3,77.
Oelbildendes Gas
3,78.
Sauerstoffgas
4,01.
Schwefclwafferstoffgas
4,45.
Kohlensäuregas
5,67.
Stickstoffoxydulgas
4,71.
Alkohvldampf
4,92.
Schweflige Säurcgas
5,67.
Chlorgas
5,96.
Actherdampf
6,12.
Der Wasserstoff geht daher weit leichter durch enge Poren,z. B. zwischen Glasstöpsel und Flasche, oder durch eine feine Spalteim Glase, als atmosphärische Luft. Kohlensäure dagegen ver-breitet sich bedeutend langsamer. Von den Dämpfen bahnt sich Was-serdampf den Durchgang leichter als Alkoholdampf, und wennsich in einem Raume Wasser- und Alkoholdampf gemischt vorfinden,z. B. in einem Weingeist haltenden, mit Blase umbundenen Ge-fäße, so verdampft das Wasser in größerer Menge und der Wein-geist wird stärker. Hierauf beruht die von Sömmering beobach-tete Veredlung des Weingeistes. Er übersah jedoch hierbei einenUmstand, der seine Beobachtungen sehr unregelmäßig machte, näm-lich den Wasserdampf-Gehalt der äußern Lust. Ist die Luft mitFeuchtigkeit beinahe gesättigt, wie es in Kellern gewöhnlich ist, soverdampft fast kein Wasser, und der Weingeist wird schwä-cher. Bei gewissen Feuchtigkeitsgraden der Luft und Mischungs-verhältnissen im Weingeist verdampft Wasser und Alkohol in dem-selben Verhältnisse, in welchem sie im Weingciste sind, und dieserbleibt daher unverändert .Diese Größen lassen sich leicht berechnen.