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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Cvhären; der Flüssigen.

ihm nie günstig war, zuweilen sogar feindlich entgegentrat, häuf-ten sich auf ihn, wie auf die Heroen des alten Griechenlands unddes Orients, alle Entdeckungen, die seinen Zeitgenossen hätten an-gehören sollen.

Eine Geschichte der Physik aus diesem oder einem andren wis-senschaftlichen Standpunkte fehlt uns gänzlich, (denn eine Compi-lation ohne Geist und ohne Gelehrsamkeit wie die von Fischerkann man nicht Geschichte nennen) so nothwendig sie auch wäre,sowohl an sich selbst als durch den entscheidenden Einfluß der Phy-sik auf die Naturphilosophie und die Philosophie überhaupt. Es istmeine Absicht nicht diese Lücke auch nur in Beziehung auf die Co-häsion auszufüllen. Ich beschränke mich hier auf einige Bemerkun-gen über die Entwickelung der Lehre von der Cohärcnz der Flüssigen.

§. 4. Mau ist zuerst in Florenz in der Mitte des sieben-zehnten Jahrhunderts auf das Steigen der flüssigen Körper in en-gen Röhren aufmerksam geworden und die Physiker aus Galilei'sSchule, welche darin eine Abweichung von dem Gesetze der com-municircnden Röhren fanden, ftudirten diese und die verwandten Er-scheinungen mit solchem Eifer daß die Adhäsionslehre in einem 1667erschienenen Werke Montanari's schon die Vollendung erreichthat, deren sie damals nach dem Stande der Physik überhaupt fähigwar. Man wußte schon, daß in engen Röhren die Höhe des Flüs-sigen über dem Niveau dem Durchmesser der Röhre verkehrt pro-portional ist; daß daS Quecksilber in Glasröhren unter dem Ni-veau, in Zinn und andren leicht amalgamirbaren Metallen über ihmsteht; daß die Länge der Röhre ohne Einfluß ist und die Höhe derflüssigen Säule nur von der Weite der Röhre an der obern Grenzeder Säule abhängt. Auch kannte Montanani schon die Bedin-gung, unter welchen die Oberfläche concav oder convex ist, die Anziehungund Abstoßung schwimmender Körper gegen einander und die Wand desGefäßes u. a. m. Montanari's Werk, konslorv (klebe e inu-temntlcbo, Bologna 1667, ist nach Inhalt und Form eine dervorzüglichsten Arbeiten, die ich in der Physik kenne. Etwas aus-führlich ist er, wie alle Italiener, aber eben so klar und beinaheeben so scharfsinnig wie Galilei und Volt«. Das Buch hataber das Schicksal vieler kleinern Arbeiten erfahren, gänzlich in Ver-gessenheit zu gerathen. Schon um das Ende des siebcnzeheutenJahrhunderts finde ich es fast nirgends erwähnt und von den Neu-