Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
49
JPEG-Download
 

Geschichte. 40

ern, bei Leuen es ein paar mal citirt ist, hat es gewiß niemandgelesen.

§. S. Bei der Erklärung dachte man zuerst an die Luft,Man hatte damals mit so vielem Glücke eine Menge von Ersehestnungcn erklärt, welche der ungleichförmige Druck der Luft in demhydrostatischen Gleichgewichte hervorbringt, daß man eS auch bei derAdhäsion versuchte. Der Widerstand, den die Luft erleidet, wen»sie in das Haarröhrchen eindringt, sollte ihren Druck vcrmiudren,der Druck der Lust die Tropfen bilden und dcrgl. Selbst die Ver-suche, welche die Akademie del Cimento, Bonle und Anderein der Luftpumpe anstellte», und wo sie alles so fanden, wie in derfreien Lust, reichten nicht hin, diese Erklärung gänzlich zu beseiti-gen, welche mit einigen Modificationen, indem man an die Stelleder Luft zuweilen den Dampf des Flüssigen oder einen Aethcrsetzte,sogar noch nach der Mitte des letzten Jahrhunderts vorkommt. In-dessen sah man sich durch das abweichende Verhalten von Quecksil-ber und Weingeist genöthigt, den flüssige» Körpern eine specifische,von der Erdschwere und der Luft unabhängige Eigenschaft, einegewisse Klebrigkeit beizulegen, durch welche ihre Theile sowohlan einander, als an das Glas gebunden werden. Diese Klebrkg-keit ist im Grunde nichts als unsre Cohäsion, die man auch jetztnoch irrig mit der Trägheit in den Bewegungen der gallertartigen,halbflüffigen Körper zusammenstellt. Die Ursache dieser Klebrigkeitsah man bald in dem Drucke eines Actbcrs, der sich nach den da-mals geläufigen Vorstellungen von Descartes in Wirbeln um dieKörper drehe; bald in der Gestalt und der Größe der Theilchen.Nachdem Borelli erwiesen hatte, daß die Klebrigkeit nicht wie dieFestigkeit durch Häkchen erklärt werden könne, stellt er die An-sicht auf, daß die Oberfläche der Flüssigen mit einem Flaum bedecktsei, der die Adhäsion hervorbringe, ohne die Beweglichkeit sehr zustören. Wir lächeln über diese Erklärung; ist aber die Rolle, welchewir den Wärmestoff und die Elektricität spielen lassen, viel besser?

§. 6. Die vornehmsten Schriften aus diesem Zeitraume sind:

I. Vossius ve idiili aliorumgue stumm,im vriK-ine. 1666.H. p. 3. Die Flüssigkeiten werden durch ihre Klebrigkeit von demGlase getragen. Quecksilber hat keine Klebrigkeit.

Tentamina der Akademiker del Cimento 1657—igg?,von M usschenbrök herausgegeben, x. 70 und 91. Es giebt sehr

4