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Cohärenz der Flüssigen. Gleichgewicht.
Gleichgewichts sowohl, als der Bewegungen hei den flüssigen Kör-pern verändert. Bei dem Gleichgewichte tritt sie mit zweiArten von Kräften in Conflict: mit der Schwere der flüssigen Kör-per und mit mechanischen Kräften. In jenem Falle bewirken dieCohäsionen eine Modifikation dcS hydrostatischen, von der Schwerebestimmten Gleichgewichts; in dem zweiten Falle wirkt sie wie eineanziehende oder abstoßende Kraft, welche die Annäherung oder dieEntfernung zweier Körper verhindert.
Bei der Bewegung der Flüssigkeiten wird sicz gewöhnlich zueinem Hinderniß, d. h. ohne selbst Bewegung zu erzeugen, hemmtsie die Bewegung, und zwar auf eine sehr kräftige Weise.
Die Anziehung heterogener Körper hat zwar keinen unmittel-baren Einfluß uns die Aggregatznstände, wie die Wärme ihn hat;aber sie führt zuweilen Umstände herbei, die einen Körper flüs-sig erhalten oder machen, der ohne sie nur in GaS- oder starrerForm bestehen konnte. Wir haben daher für die Cohärenz der Flüs-sigen drei Abschnitte, die ich in folgender Ordnung behandle» werde:1. Cohärenz im Gleichgewichte,
S. Cohärenz im Conflict her Aggregatznstände,
3. Cohärenz bei Bewegungen.
Erster Abschnitt.
Cohärenz im Gleichgewichte der Flüssigen.
§. 15. Die wichtigste Thatsache für die Cohärenz ist, daß beider Anziehung zwischen zwei Körpern die Dicke der begrenzenden,festen oder flüssigen Körper ganz ohne Einfluß ist. Die Kraft er-streckt sich also nicht in merkliche Entfernug. Dynamisch würde manannehmen können, daß die Cohärenz nur bei Berührung statt finde,eine Oberflächen-Kraft sei. Aber alle Berechnungen gehen vonatomistischen Grundsätzen aus. Nach ihnen wirkt die Cohärenzzwar in die Entfernung, aber in einer rasch abnehmenden Progres-sion, so daß sie bei einer merklichen Entfernung 7177 0 gesetzt wer-den kann (Siehe Einleitung §. 6.). Man müßte daher, um dieCohärenzerscheinnngen vollständig zu erkennen, mit der Funktionbekannt sein, welche zwischen der Entfernung und der Größe derKraft statt ffndet. Diese kennt man zwar nicht. Glücklicher Weisebeschränkt sich aber ihr Einfluß auf die Wirkungssphäre der Kraft.Alle Erscheinungen, welche man beobachte» kann, fallen außer-