Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
60
JPEG-Download
 

60

Cohärenz der Flüssigen, Gleichgewicht.

ten Platten steht das Flüssige eben so weit unter oder über demNiveau, als in einer Haarröhre, deren Radius dem Abstände bei-der Platten gleich ist. Don allen Röhren mit gleichem Querschnittesteigt die Flüssigkeit bei den kreisförmigen am wenigsten hoch. EinFehler in der Cyliuderform einer Röhre giebt daher ein zu großesResultat für den Unterschied des Niocaus. Indessen ist die Gestaltder Oberfläche eines Flüssige» in elliptisch gestalteten Röhren nochnicht berechnet.

3. Die Kraft, mit der eine ebene Scheibe an der Oberflächeeiner tiefen und weit ausgedehnten flüssigen Masse haftet. Bei gro-ßen Scheiben ist diese Kraft bis auf eine kleine Correction derOberfläche der Scheibe proportional. Bei sehr kleinen Scheibenwird aber die Correction überwiegend. Poisson hat zwar auchin diesem Falle die Kraft untersucht, jedoch ist die Rechnung sehrschwierig und läßt noch manches zu wünschen übrig. Noch nichtberechnet ist die Kraft, mir welcher Scheiben von spharischer Krüm-mung an einer Flüssigkeit haften, oder wo die Dimensionen derFlüssigkeit auf das zum Losreißen nöthige Gewicht eillkll merklichenEinfluß erlangen.

4. Die Kraft, welche nöthig ist, nm den Abstand zweier Schei-ben, zwischen denen sich eine Schicht eines Flüssigen befindet, zuvermehren oder zu vermindern. Diese Kraft ist, wenn die Schei-ben und die Flüssigkeit eine große und einander gleiche Ausdehnunghaben, der Oberfläche dircct, und dem Abstände der Scheiben um-gekehrt proportional. Der sehr oft vorkommende Fall, wo dieScheiben sehr klein sind, ist bis jetzt noch nicht berechnet.

5. Die Kraft, mit welcher schwimmende Körper einander oderdem Rande des Gefäßes näher oder ferner zu kommen streben.

Unter den noch nicht genügend berechneten Resultaten der Co-härenz ist eines der interessantesten die Größe und die Gestalt einesTropfens, der von einem festen Körper von gewissen Dimensionenherabfällt. Sie hängt, wie ich später zeigen werde, von der Ge-schwindigkeit des Abflusses ab, den man in der Rechnung nochnicht berücksichtiget hat.

Man kann hier überall an die Stelle des festen Körpers einenflüssigen setzen, der an seiner Oberfläche, sobald alleS in Ruhe ist,ganz die Eigenschaften eines festen hat.