94 Cohärenz der Flüssigen, Gleichgewicht.
über diese hinaus geht das Wasser nur dann, wenn sein Spiegelhöher steht, als die obere Fläche der Erdschicht.
Wird Wasser in eine heberförmige Röhre gegossen, wo ein Armweit, der andre kurz und eng ist, so stellt es sich um die Capillari-tätshöhe —- ck über das Niveau in dem weiten Schenkel und en-digt sich in einer der Halbkugel ähnlichen concaven Fläche. Gießtman so viel Wasser nach, daß das Niveau im weiten Arme weni-ger als um die Größe ck unller der obern Oeffnung des engensteht, so steigt das Wasser bis an die Mündung der engen Röhreund endigt in einer concaven Fläche, die flacher ist, als die Halb-kugel, und wo die Concavität von der Differenz der Niveau's ab-hängt. Ist das Niveau in dem weiten Arme in der Ebene derengen Oeffnung selbst, so steht die Flüssigkeit in beiden gleich hochund endigt sich an dem Ende des engen Schenkel« in einer ebenen Fläche.Steigt das Wasser im weiten Schenkel, so wird die Oberfläche indem engen immer konvexer und endlich fast zur Halbkugel, wenndas Niveau in dem weiten Arme um die Größe cl über der Ocff-nung des engen Schenkels steht. Bei noch größeren Zuflüssenbreitet sich das Wasser über den Rand der Röhre aus. Die Theo-rie dieser Erscheinungen ist von Laplace entwickelt, und bestätigendeBeobachtungen sind von mehreren andren angestellt.
§. 55. Wenn ein Gefäß, das sich unten in einer engen Röh-re endigt, mit Wasser gefüllt und mit der Oeffnung der Röhre aneine Wasserfläche gebracht wird, so stießt aus dem Gefäße allesWasser aus und nur die Röhre bleibt, je nach ihrer Länge, mehroder weniger gefüllt. Ist sie aber nicht mit Wasser in Berührung,so wird dieses bei stärkerem Drucke in einem Stral, bei schwächeremin Tropfen abfallen, deren Basis bei gewöhnlichen Röhren stets deräußere Umfang der Röhre ist. Hat sich aber der Druck bis aufeine gewisse Größe verwindet, so fällt der Tropfen nicht mehr ab,sondern hält eine Wassersäule von einer gewissen Höhe im Gefäßezurück. Wie bei Haarröhren, die in, Wasser tauchen, die Höhe derflüssigen Säule nur von der Weite des obern Randes abhängt undz. B. 15 Millimeter hoch ist, sobald sie sich in einem Kreise von1 Millimeter Radius endigt, wenn die Röhre auch unterhalb inein weites Gefäß ausgeht, eben so ist es bei dem unten in einerRöhre sich endigenden Gefäße. Zwischen der Höhe der Wassersäule,die zurückgehalten wird, oder einem ihr entsprechenden Drucke, und