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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Prosaphie, Barometer.

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statt durch das Volumen des Quecksilbers in einem gewöhnlichenThermometer durch sein Volumen in einem Barometer bestimmtwerden könne, und findet dabei das allerdings überraschende Gesetz,daß eine Flüssigkeit, in welcher in Folge von Tempe-raturveränderung oder auf andre Weise innere Be-wegungen entstanden sind, specifisch leichter sei. Vonder Correction, welche die Capillarität verursacht, ist in der Abhand-lung nirgends die Rede. Es versteht sich, daß jede der von Thilobeobachteten Veränderungen in dem Volumen der Säule entwederdurch ihre ungleichförmige Erwärmung, oder durch eine Variation inder Wölbung der beiden Oberflächen erklärt werden kann.

§. 89. Eine merkwürdige Erscheinung ist zuerst i. I. 1672.von Huygens beobachtet worden und seitdem oft wiederholt. Er fand, daßsich das Quecksilber in einem gut ausgekochten Barometer wol 2Meter, d. h. mehr als anderthalb Atmosphären über seinem ge-wöhnlichen Stande erhalten konnte, wenn es die innere Fläche deroberen Glaswölbung berührte. Sobald es sich aber von dieserlöste, fiel es schnell auf den gewöhnlichen Stand zurück. Huygenshatte vermuthlich enge Röhren. Aber bis auf 0,1 Meter gelingtes mit jedem guten Barometer, wenn das Quecksilber sich mit eini-ger Gewalt an die Wölbung gelegt hat. HuygenS erklärte die-sen hohen Stand durch einen Aether, der damals die Stelle einerLunlitu« oecullu der ältern Physiker und der Elektricität derneuern Zeit spielte. Bis jetzt ist jedoch noch keine genügende Er-klärung dieser Erscheinung gegeben.

Die Adhäsion an den Wänden der Röhre, wie man gewöhn-lich annimmt, kann die Ursache nicht sein. Die Entfernung des Quecksil-bers von der inneren Fläche des Glases , wodurch die Größe der Be-rührungsfläche nur unbedeutend vermindert wird, würde alsdannnicht von so entscheidendem Einflüsse sein können. Auch Reibung ist dieUrsache nicht. Zwar kann sich eine Quecksilbersäule von einigenZollen Höhe in einer engen Röhre durch die Reibung erhalten;allein in den weltern Röhren der Barometer ist die Reibung unbe-deutend, obschon ihr die Umstände sonst sehr günstig sind; denn ob-gleich die Quecksilbersäule Las Glas in einer Länge von etwa 860Millimeter berührt, und die Kraft der Schwere bei einem wenigerhöhten Stande des Quecksilbers sehr schwach ist; so kaun mandennoch bei einer sehr langsamen Neigung eines Barometers von