118 Cohäreuz der Flüssigen, Gleichgewicht.
etiva 6 Millimeter Weite daS Quecksilber nur etwa 0,5 Millimeterüber seinem regelmäßigen Stande erhalten. Die Wirkung der Rei-bung ist also kaum 0,0t von dem höher» Stande, den man in gutausgekochten Barometern erlangt. Die unmittelbare Ursachekann also nur in der innern Wölbung des Glases liegen, und dieAdhäsion an den Seitenwänden nur in so fern von Einfluß sein, alsLas Quecksilber verhindert wird, sich von der Wand zu entfernenund wie bei Adhäsionsplatten an den Seiten die Concavität zu er-langen, welche dem Abreißen der Platte vorangeht. Um diese sokräftige Prosaphie an die kleine Oberfläche zu erklären, ist man,wie ich vermuthe, nicht genöthigt, neue Elemente in die bis jetztbekannten Gesetze für dasGleichgewicht der Flüssigkeiten aufzunehmen.
§. 90. Geschmolzenes Blei verhält sich in Röhren vonGlas und Pfeifenthon wie Quecksilber. Es steht unter dem Ni-veau, nach GellertS Beobachtung <Mom. äv I'rleucl. cle I>eternb.auf 1740. i>. 243) 17,5 Millimeter bei einer Röhre von 1 Mil-lim. Radius. Jedoch bedarf diese Differenz, die viermal so großist, als bei dem Quecksilber in gewöhnlicher Temperatur und gewißnicht leichter zu beobachten ist, noch der Bestätigung. Auch bei an-dren geschmolzenen Metallen in Glas oder Porzellan ist dek Werthdes Winkels rv kleiner als 90", indem die zerflossene Masse gegendie Wände der gewöhnlichen Gefäße und die darauf schwimmendenOxyde und Schlacken eine convexe Oberfläche annimmt.
Prosaphie benetzender Flüssigkeiten.
§. 91. Daß der Winkel rv zwischen 90° und 180° ist, und dieFlüssigkeit in Haarröhrchen die sie nicht benetzt, über dem Niveau,steht, ist zwar noch nicht genau gemessen, kommt aber sehr häufigbei den Körpern vor, welche zuweilen auch vollständig benetzt wer-den. Das Benetzen verlangt Zeit, viele Körper werden von denflüssigen gar nicht ohne fremde Hülfe benetzt, und so lange das Be-netzen nicht vollständig eingetreten ist, wird av zwischen 90° und 180°stehn. Ein Tropfen sollte auf einem benetzbaren Körper nicht eherin Ruhe sein, als bis er sich ganz ausgebreitet hat. Aber diesesist der Fall nicht. Tropfen von Wasser, Salzen, Säuren setzen sichauf Glas und Metall in Gleichgewicht, indem sie eine Gestalt an-nehmen, die einem Kugelsegment ähnlich ist, das kleiner ist als dieHalbkugel und das sich scharf an der Fläche des festen Körpers ab-grenzt. Aether, Weingeist und Oele verbreiten sich zwar weit leichter,