132 Cohärenz der Flüssigen, Gleichgewicht.
schen als nach den (§. 98.) angeführten Versuchen in höher»Temperaturen kleiner als in niedrigen. Die Gestalt der Berührungs-flächen zweier Körper ist aber von zwei Ursachen bedingt, erstlich vonder Synaphie des Flüssigen, zweitens der Anziehung zwischen denheterogenen Körpern, (§. 16.). Die Prosaphie, die wir aus den Be-obachtungen ableiten, ist gewissermaßen die Differenz von beiden,und ihr geringer Werth in höhern Temperaturen kann herrührensowohl von einer Zunahme in der Synaphie des Flüssigen, alsvon einer Abnahme in der Anziehung der heterogenen Körper.Auch meinte Leidenfrost, daß die Erscheinungen von einer Vermeh-rung der Cohärenz herrührten. Indessen ist dieses nicht wahrschein-lich. Vermuthlich nehmen beide, die Synaphie sowohl als die An-ziehung, ab, aber die letzte in größerem Maßstabe als jene, bis end-lich die Flüssigkeit die Fähigkeit zu benetzen ganz verloren hat.
Hierbei ist es jedoch merkwürdig, daß die Temperatur, wo die-ses eintritt, beinahe nur von der Beschaffenheit des Flüssigen ab-hängt, aber keinen Unterschied zeigt, es mag sich in Schalen vonGlas oder von Metall befinden.
Man sieht, daß die Erscheinung trotz aller Bemühungen derPhysiker noch nicht ganz bekannt ist, und eher wird dieses auch derFall nicht sein, als bis der Berührungswinkel xv für verschiedeneTemperaturen und Körper bestimmt ist. Dieses möchte am bestengeschehen können, wenn man den Tropfen eine Zeitlang in einerconstanten Temperatur auf flüssigen Metallen erhält, und seine Höhebeobachtet.
§. 114. Leidenfrost, Professor in Duisburg, üo sguaocomnniuis czunlitutibu«. 1756. p. 30—63. Eine merkwürdige Ab-handlung. Er zeigt sich überall in der damals herrschenden Natur-philosophie befangen; seine Speculationen sind daher durchgängigfalsch. Aber die Theorie ist, wenn man sich in seine Zeit versetzt,scharfsinnig, die Experimente gut und die Darstellung lebendig undklar. Er hat seinen Nachfolgern wenig zu thun übrig gelassen.
Ziegler Us rlixostoro I'upini. 1769. In jener Zeit dievorzüglichste Abhandlung über den Dampf. Sehr gelehrt undkritisch, in den Experimenten scharfsinnig, in der Darstellungklar.
Musschenbroek lutxollnet. in Uliilos. nntur. §. 1160. Ererklärt die Erscheinung unter der Voraussetzung, daß die Vcrdam-