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Cohärenz der Flüssigen, Gleichgewicht.
verbreitete Schicht von einer andren Flüssigkeit, z. B. einen Oel-tropfen auf eine Waffcrschicht bringt. Das Wasser wird zurückge-trieben und sammelt sich um das Oel in einem Ringe an. Wäredie Schicht dagegen von Oel und der Tropfen von Wasser, sobleibt er ruhig auf dem Oele liegen. Eben so verhält sich Wasserzum Alkohol.
Bei den Beobachtungen an Haarröhren und Adhäsionsplattenhat man oft Gelegenheit, den Conflict zweier Flüssigkeiten zu beob-achten. Hatte sich etwas Oel in der Röhre befunden, so war esunmöglich, Wasser und Salze damit zu beobachten, dagegen war esleicht den Capillarstand von Oelen in wafferfeuchten Röhren zu be-stimmen, indem das Wasser durch das Oel von dem Glase abge-drängt wurde. Das Oel dagegen wurde zuweilen vom Weingeistvertrieben, und da dieser sich leicht mit Wasser mischt, sokonnten Röhren, die Oel enthalten, wiederum brauchbar gemachtwerden. Bekanntlich kann man keinen ölnasscn Körper durch Was-ser reinigen. Kommt Wasser, dem Oel beigemengt ist, an Glas,so hängt das Oel sich sogleich an.
Der Seifenschaum besteht wie ich §. 75. zeigte aus einemnach gewissen Regeln geordnetem Aggregate von Wasser und unge-löster Seife. Ein Tropfen Weingeist oder Terpentinöl zerstört denSchaum, so weit sie ihn erreichen. Noch stärker wirkt der Aether.Dagegen haben Salze, welche ihn nicht chemisch zersetzen, eben sowenig einen Einfluß auf ihn, wie Wasser selbst. Auch Baumölwirkt sehr schwach oder gar nicht. Ohne Zweifel wird das Wasserdurch die leicht sich verbreitende Flüssigkeit von den festen Seifcn-theilen entfernt, und so die Blasen gesprengt. Das Baumöl konntedas Wasser auch von andren festen Körpern nicht verdrängen.
Auch zwei feste Körper werden durch Eindringen einer Flüs-sigkeit von einander getrennt. Wenn Oel oder Weingeist sich aufGlas verbreiten, so werden die bisher an dem Glase haftende Staub-theilchen weggeschoben. Ein anderes Beispiel habe ich oben ange-führt (§. 100.), wo das Wasser eine Rußdecke von erhitztem Silberdrängte. Aehnlichc Fälle sind zwar bis jetzt nur wenig beachtet,kommen aber nicht selten vor.
§. 125. Ueber die Kraft, mit der zwei flüssige Körper ander Oberfläche eines festen auf einander einwirken, hat man vieleBeobachtungen angestellt. Folgendes sind die wichtigsten Resultate: