148 Cohärenz der Flüssigen, Gleichgewicht.
t§. 127.). Da der Kampher sich nicht nach allen Seiten mit glei-cher Kraft verbreitet, so kommt er in eine Bewegung, dieje nach der Stärke der Ausströmung und der Größe des Stuckesvon verschiedener Geschwindigkeit ist. Alles was daher die Ausströ-mung unmittelbar oder die Verdampfung des dünnen Uebcrzu-ges befördert, begünstiget auch die Bewegung. So klein die Mengeist, die sich auf der Flüssigkeit verbreitet, so nimmt Loch das Kam-pherstück an Größe merklich ab, und wenn es cylindrisch ist, so wirdes in der im Wasserspiegel liegenden Fläche zuweilen ganz durch-schnitten. Die Verbreitung des festen, nicht auflösliche» Körpersausgenommen, zeigt die Erscheinung nichts paradoxes.
Dem Kampher ähnlich verhalten sich auf kaltem Quecksilber: Phos-phor, Jod, salpetersaures Quecksilber, salpetersaures Kupfer, Bcuzee-säure; und auf erhitztem Quecksilber die leicht schmelzbaren Metalle,selbst bei Temperaturen, die beträchtlich unter ihrem Siedpnnctestehen.
§. 136. Die schönsten Beispiele von diesen Bewegungen La-ben Erman, Herschel, Pfaff, Runge u. a. gesehen, wenn sieQuecksilber, mit einer Flüssigkeit bedeckt, in eine einfache odervoltaische Kette brachten. Aber sie sind höchst verwickelt, in-dem zu den schon sehr mannigfaltigen Bewegungen, die eine Folgeder Cohäsivn sind, noch die Veränderungen kommen, welche derGalvanismus in der Beschaffenheit der Körper hervorbringt. In-dessen ist es mir wahrscheinlich, daß die Bewegungen an sich un-mittelbar nur von der Cohäsion abhängen, und der GalvanismuSnur daS Material und die Basis derselben verändert.
Beruhigung der Wellen.
§. 137. Der größte Theil von den Untersuchungen, die ichin diesem Abschnitte mitgetheilt habe, ist von einem Phänomen aus-gegangen, das ebenfalls ein Beispiel von der Ausbreitung des QelSauf Wasser ist, aber unter eigenthümlichen Nebenumständen auftritt.Schon die alten griechischen Fischer hatten eine Menge von Er-zählungen, die uns Aristoteles, Plutarch, Plinius auf-bewahrt haben, über die Wirkungen, welche ein wenig Oel auf demMeere hervorbringt. Die Wellen werden beruhigt; dem Unter-gänge nahe Schiffe werden gerettet. Die See wird so durchsich-tig, daß man Verlorne Ringe auf dem Sande des BodenS erkcn-