Ausbreitung des Flüssigen, Beruhigung der Wellen. 149
»en konnte. Auch neuere Seefahrer, besonders Wallfischfänger, wis-sen viel von der wunderbaren Wirkung eines Fäßchens Thranauf das stürmisch bewegte Meer zu berichten. Es ist, wie in allenSagen der Art, vieles übertriebe»; aber ganz ohne Grund sind sienicht. Den» nach den Versuchen, die Franklin zuerst angestellthat, und Mann, Achard, Weber und viele andre wiederholt ha-ben, reichten wenige Tropfen Del hin, um eine mehrere Quadrat-nieter haltende Fläche eines Teiches oder des Meeres zu bedecken,die kleinen kräuselnden Wellen zu zerstören und das Wasser durch-sichtiger zu machen.
Die Verbreitung des Oels ist eine Folge der Cohäsion. DieBerührung der Wellen ist aber vielleicht bloß hydrostastisch, und würdebei einer andre» Flüssigkeit, die sich mit dem Wasser nicht mischt unddasselbe specifische Gewicht hat, wie das Del, aber eine andre Pros-aphie gegen Wasser, ebenfalls statt finden. Bei einer freien Ober-fläche behalten die kleineren Wellen auf dem Wasser ihre Oscillationenaus ähnlichen Ursachen bei, wie das Pendel. Wenn aber stets eine an-dre Flüssigkeit von dem Wellenbergen ab in die Wellenthäler stießt,so wird die Größe ihrer Oscillationen schnell vermindert. Der Ent-stehung einer Welle scheint jedoch das Del nicht vorzubeugen.
§. 138. Eine diesem verwandte Erscheinung hat ebenfallsFranklin zuerst und nach ihm Percival, Robinet und amgenauesten Thayer beobachtet. Sie fanden, daß wenn ein Gefäß,»i dem sich zwei nicht mischbare Flüssigkeiten befinden, hin- undhergeschwungen oder in einem Kreise gedreht wird, die äußereOberstäche der flüssigen Masse fast constant bleibt, die gemeinschaft-liche Oberfläche beider Flüssigkeiten aber in Wallungen kommt,die in einem stark bewegten Gefäße zu heftigen, aber ganz re-gelmäßigen Oscillationen werden. Was von Thayers Versuchenbis jetzt bekannt geworden ist, reicht zu einer genügenden Erklä-rung noch nicht hin. Sie sind ein ziemlich verwickeltes Productmehrerer Ursachen, der Schwere, der Centrifugalkraft und derCohäsion. Die Erscheinung ist jedoch nach Raum nnd Zeit genauzu beobachten; die Schwere und die Centrifugalkraft sind leicht inRechnung zu ziehen und so müßte der Einfluß der Cohäsion ausihnen abzuleiten sein.
§. 139. Ueber die Bewegungen von Flüssigkeiten auf festenoder flüssigen Unterlagen sind die ersten Versuche angestellt von