102 Lohärenz der Flüssigen, Aggregatzustände,
Thatsachen, aber keine Erklärung über diese Anomalien desspecifischen Gewichtes geben:
Hassenfratz Gilb. Annal. 1798. I. p. 396.
Descharmes Dingler Polyt. Journal. 1829. XXXl. p. 441.In einem Achatmörser geriebener Bcrgkrystall nahm an absolutemGewichte zu. Die Ursache scheint ihm unbekannt zu sein. ZumTheil mag es adsorbirte Flüssigkeit gewesen sein. Hauptsächlich aberwaren es nichts als vom Mörser abgeriebene Theile.
Osann Kastner Archiv. 1830. I. p. 95.
Bend ant Xu». 6I>. I'ii. 1828. XXVIII. p. 398; Pogg.Annal. XIV. 474.
§. 15,6. Noch mannigfaltiger sind die Wirkungen der Ad-sorption bei Poren mit dünnen, elastischen Wänden. Die eindrin-gende Flüssigkeit ist wie eine innere Kraft, sie erweitert die Porenund vermehrt das Volumen des Körpers. Ihre Intensität ist sehrgroß. Bei Erbsen z. B. ist sie stark genug, um einen Flintenlanfzu sprengen. Mit Holzkellen, welche man in Bohrlöcher trieb undbenetzte, hat man, ehe man sich des Pulvers bediente, Sandsteine,Thonschiefer und Marmot gesptcngt.
Diese Ausdehnung ist zwar noch nicht mathematisch untersucht;es ist aber nach den Gesetzen der Synaphie wahrscheinlich und wirddurch Erfahrung bestätigt, daß die Adsorption unter sonst gleichenUmständen um so stärker ist, je dünner die Wände und je kleinerdie Dimensionen der Poren sind.
In Körpern mit kreisförmigen oder regellos gelagertenHöhlungen, wie Badeschwämme, Gallerte, sind die Ausdehnungennach allen Seite» gleich. Dasselbe ist der Fall bei Haufen vonSamen und andren Substanzen, bei denen sich die Flüssigkeit nichtbloß in Zwischenräumen, soüdern auch in den Zellen der einzelnenTheile lagert, wie ungleichförmig auch die Ausdehnung innerhalbeines jeden Theiles sein mag,
In Membranen dagegen und Fasern bringt die Adsoprionnach verschiedenen Richtungen ungleiche Wirkungen hervor und zwaraus doppeltem Grunde. Erstlich haben sie nach verschiedenenSeiten eine verschiedene Cohärenz. Ihren Hanptdimensionen per-pendicnlär hangen sie mit einer weit geringern Kraft an einan-der als parallel damit, und die eindringende Feuchtigkeit, wenn sienach allen Seiten mit gleicher Stärke drückt, muß in den Mem-