Adsorption der Flüssigen, Gestalt und Gewicht. 161
Th. Graham. Die Versuche sind zwar nur mit gereinigtemBeinschwarz, aber bei vielen Flüssigkeiten angestellt. Es ist dieeinzige wissenschaftliche Abhandlung über die Adsorption der Flüs-sigkeiten.
Einfluß der Adsorption auf Gestalt und Gewicht.
§. 153. Körper von geringer Geschmeidigkeit und Elasticität,wie Sandsteine, Kohlenstücke, verändren durch Adsorption bloß ihrGewicht. Die Gewichts-Zunahme hängt ab von dem specifischenGewicht des flüssigen und des festen Körpers und von der Größeder Poren. Sie übersteigt zuweilen das Gewicht des festen Kör-pers selbst, beträgt jedoch in der Regel nur einige Hunderttheile.
§. 151. Bei Aggregaten staubförmiger Substanzen wird durchdie Adsorption auch daS Volumen beträchtlich vergrößert und zwaraus zwei Ursachen. Erstlich wird das mechanische Gleichgewichtdurch die Adsorption gestört. Ein Haufen trockner Theile ist nur dannin bleibender Ruhe, wenn in jedem Theilchen der Schwerpunkt diemöglichst tiefste Lage hat, und das Volumen des Ganzen im Mini-mum ist. Mit Wasser gesättigt wird das Gewicht eines Theilchensum das Gewicht einer gleich großen Waffermasse kleiner, und siestreben nicht mit derselben Kraft das Volumen des Ganzen aufdas Minimum zu bringen, wie früher. Zweitens dringt dasWasser nicht nur in die Zwischenräume der Theile; sondern es ver-größert sie auch; es treibt die benachbarten Theile auseinander, sodaß wahrscheinlich in dem ganzen Haufen sich nirgends zwei festeKörper unmittelbar berühren. Die erste Wirkung hängt nur vondem specifischen Gewichte ab; die zweite scheint dagegen, sobald sievollendet ist, mit der Synaphie zu steigen.
§. 155. Von diesem festen Anhaften des Wassers rührt es auchher, daß pulverisirte Substanzen in der Regel ein etwas kleineresspecifisches Gewicht haben, als größere Stücke. Da nämlich derfeste Körper gewöhnlich specifisch leichter ist als das Wasser, so wirdeine aus beiden zusammengesetzte Masse leichter sein müssen, wie derfeste allein. Wenn die Krystalle zuweilen ein kleineres specifischesGewicht haben als das Pulver; so rührt dieses von den in Kry-stallen bekanntlich sehr häufigen Höhlungen her, die dem aräometrk-schen Wasser unzugänglich sind, aber von ihm angefüllt werden,wenn die Masse gepulvert ist.
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