Adsorption der Gase, chemischer Proceß.
rma wirken, ist es gewiß, daß sie Ammoniak, Salzsäure u. s. f.stark adsorbiren und bei Wasserstoff, daß es in sehr geringerMenge aufgenommen wird. Bei dem Platinaschwamme selbst ver-mehrt ein Strom von Sauerstoffgas oder atmosphärischer Luft dieWirkung und stellt sie, wenn sie zerstört war, wieder her. Ware,wie Heß angiebt, die Adsorption des Wasserstoffes am größten, unddaher auch eine Hauptursache des Erfolges, so müßte dieser durcheinen Saucrstoffstrom vermindert werden.
Die leichte Zerstörung jener Fähigkeit im Platin, theils an freierLuft, theils durch Beimischung fremder Gase, von der Faradaymehrere Beispiele mittheilt, rührt wahrscheinlich von derselben Ur-sache her, wie die Verbindung des Knallgases; denn wenn ein an-dres Gas sich an die Oberstäche des Platins legt, so wird dadurchein für den chemischem Proceß wirksames Gas zurückgehalten oderverdrängt, und dieser dadurch entweder verzögert oder ganz ver-hindert.
Der einzige Umstand, zu dessen Erklärung die uns bekann-ten Gesetze der Adsorption nicht ganz ausreichen, ist der Einflußder Wärme. Er erleichtert die Wirkung, obgleich die Quantitätdes adsvrbircndcn Stoffes in höherer Temperatur viel kleiner ist.Indessen wirb nach unsrer Theorie zwar die Dicke der Schicht, abernicht ihre Dichtigkeit durch die Wärme vermindert, und wenn auchdie Quantität der sich anfangs verbindenden Gase beträchtlich ab-nimmt, so steigt die chemische Anziehungskraft mit der Temperaturin einem starken Verhältnisse. Ist der Proceß aber einmal in er-höhter Temperatur eingeleitet, so bedürfen die Stoffe einer geringe-ren Wärmezunahme, um sich mit Explosion zu verbinden.
§. 206. Die Literatur ist sehr reich, denn der Versuch, so-wohl wie ihn Davy an der Glühlampe, als Döbcreincr an seinemFeuerzeuge beschrieb, ist so paradox und so leicht anzustellen, daßer von sehr vielen wiederholt und oft beschrieben ist. Die Haupt-arbeiten sind:
H. Davy I'InI. 'I'rnusnet. 1816; Gilb. Annas. 1817.' TVI.und QV1H. p. 370.
Erman Bexl. Akadem. 1818—1819. p. 351.
Pleischl Gilb. Annal. 1823. I.XXVI. p. 98. Schweigz.Jvurn. 1823. XXXIX. p. 147. 351.
Kamarsch Gilb. Annal. 1823. I,XXV. p. 83.
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